Scharfe Kritik an Studie über Demografie

Meschede/Berlin..  Der Mescheder CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg erhebt schwere Vorwürfe gegen die Macher der Demografiestudie „Vielfalt statt Gleichwertigkeit“ des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Darin hatten die Forscher unter anderem vorgeschlagen, ausblutende Dörfer aus Kostengründen von der Infrastruktur abzuschneiden. Die Bevölkerung solle sogar mit Anreizen zum Umzug in andere Regionen geködert werden. Diese Zeitung hatte vorgestern ausführlich darüber berichtet.

Schlag ins Gesicht

„Diese Studie ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich im Sauerland dafür einsetzen, die Zukunft unserer Heimat zu gestalten“, sagte Sensburg. Die Untersuchung reihe sich ein in eine Folge von Studien, in denen seit Jahren der ländliche Raum kaputt geredet werde, weil sie von falschen Voraussetzungen ausgingen, kritisiert der CDU-Politiker. Damit würden falsche Weichenstellungen ausgelöst.

Auf dem Land seien die Infrastrukturkosten zwar höher, räumte Sensburg ein. „Dank des großen ehrenamtlichen Engagements in unseren Vereinen“ und durch den „stärkeren Zusammenhalt der Familien“ würden jedoch wesentlich niedrigere Sozialkosten als in Ballungsgebieten entstehen. „Diesen Menschen zu sagen, sie sollten ihre Dörfer aufgeben, ist eine Unverfrorenheit sondergleichen“, sagte Sensburg. Zudem sei es „unmenschlich“, die Diskussion über den demografischen Wandel allein auf die Frage der Kosten zu reduzieren.

„In 50 Jahren werden wir uns schwarzärgern, dass wir die Massenstädte gefördert und den ländlichen Raum vernachlässigt haben“, sagte Sensburg dieser Zeitung.

 
 

EURE FAVORITEN