Sauerland Initiativ zeichnet Ingenieur aus Brilon aus

Klaus Neumann (Integrative Kulturwerkstatt Lüdenscheid), Jens Wiggenbrock und Sabine Pöhnl (Ing. Büro Wiggenbrock), Thomas Wewers(Kulturwerkstatt), sowie Karin Schulze und Tobias Metten von Sauerland Initiativ bei der Preisübergabe in Finnentrop bei der Firma Metten.
Klaus Neumann (Integrative Kulturwerkstatt Lüdenscheid), Jens Wiggenbrock und Sabine Pöhnl (Ing. Büro Wiggenbrock), Thomas Wewers(Kulturwerkstatt), sowie Karin Schulze und Tobias Metten von Sauerland Initiativ bei der Preisübergabe in Finnentrop bei der Firma Metten.
Foto: Ralf Rottmann
Finnentrop. Alle zwei Jahre vergibt das Unternehmensnetzwerk „Sauerland Initiativ“ den Innovationspreis. In diesem Jahr geht der preis an den Ingenieur Jens Wiggenbrock, der Software zur Planung und Umsetzung des Breitbandausbaus entwickelt hat.

Finnentrop..  Wirklich schnelles Internet wünscht sich beinahe jeder, am besten überall. Für viele Unternehmen in Südwestfalen ist ein leistungsfähiges Breitbandnetz sogar ähnlich wichtig wie die Frage der Fachkräftesicherung. Und etliche Kommunen würden gerne an die Fördertöpfe von Bund und Land gelangen, mitunter fehlt ihnen aber das Know-how. Der Briloner Ingenieur Jens Wiggenbrock, Wissenschaftler an der Fachhochschule Südwestfalen, ebnet mit der von ihm und Kollegen der Bauhausuniversität Weimar entwickelten Software Wege ins digitale Zeitalter - und zur Förderung. Sauerland Initiativ, die Interessengemeinschaft namhafter Sauerländer Unternehmen, fand dies eine herausragende Leistung für die Verbesserung der Infrastruktur in der Region und verlieh ihm gestern in Finnentrop bei der Firma Metten den „Innovationspreis Sauerland 2016“.

8000 Euro bekam der Tüftler, da die Jury einen weiteren mit 2000 Euro dotierten Anerkennungspreis erhielt die integrative Kulturwerkstatt „Alte Schule“ in Lüdenscheid, die eine Reihe von Inklusionsprojekten im Bereich Kultur durchführt.

Wiggenbrocks Innovation hilft der Region offensichtlich. In dieser Woche gab es in Nordrhein-Westfalen Förderbescheide für den Ausbau des Breitbandnetzes in Höhe von 53 Millionen Euro. Und diesmal ist auch Südwestfalen im Boot, etwa der Kreis Olpe und Siegen-Wittgenstein. Der Hochsauerlandkreis bekommt Förderung für die Breitbandkoordinierung und Planung und hat laut Wiggenbrock seine Software für die Ausarbeitung des Förderantrages genutzt. Frei zugänglich ist dieses Software-Werkzeug längst noch nicht. „Wir entwickeln noch weiter daran. Und erst einmal ist das nur für Südwestfalen gedacht“, sagt der Ingenieur heimatbewusst.

Nachholbedarf gibt es hier in Sachen Breitband durchaus. Und nicht nur dort würden sich Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des Fußballbundesligaclubs Borussia Dortmund, und Oliver Schuster, Mitglied des Vorstandes beim Bahntechnik-Konzern Vossloh AG mit Sitz in Werdohl, wünschen, dass NRW wieder auf die Überholspur kommt, die letzten Ränge im Bundesländervergleich möglichst schnell verlässt.

Fördergelder aus Berlin sprudeln in Bayern und tröpfeln nach NRW

„Politik hat hier (in NRW) nicht alles schlecht gemacht. Aber ich glaube, an der grundsätzlichen Einstellung zu Forschung und Innovation mangelt es hier im Gegensatz zu Bayern“, sagt Schuster. Der Manager ist erst vor drei Jahren von München nach Kierspe gezogen und hat einen entsprechend frischen Blick auf Nordrhein-Westfalen. Dabei denkt er auch an Themen wie Bildung und natürlich Verkehrsinfrastruktur, aber eben auch auf fehlenden Netzausbau, der für die Zukunft dringend benötigt wird.

Während Landeswirtschaftsminister Garrelt Duin NRW bei der aktuellen Breitbandversorgung Im Flächenlandvergleich weit vorne sieht, fühlt sich der Neu-Sauerländer Schuster ebenso wie Watzke beim Blick auf die aus ihrer Sicht magere Bilanz bei der Verteilung der Fördergelder bestätigt. 4 Milliarden Euro hat der Bund zu Jahresbeginn für den Ausbau der Infrastruktur den Ländern in Aussicht gestellt. Bis zu 500 Millionen Euro sollen als Kofinanzierung vor Ort bis 2018 zusätzlich aus Düsseldorf fließen. Noch ist davon nicht allzu viel vor Ort angekommen. Umso wichtiger scheint der Beitrag des Innovations-Preisträgers Jens Wiggenbrock zu sein, denn offenbar gelang es bisher nicht nur den Bayern besser, förderfähige Anträge in Berlin zu platzieren.

 

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