RWE-Konzern steht großer Umbau bevor

Essen/Dortmund.  Beim Essener Energiekonzern RWE zeichnet sich ein weitreichender Konzernumbau ab. Seit Monaten gibt es Planspiele, Tochterfirmen zusammenzulegen oder aufzulösen, um die Macht stärker beim Mutterkonzern in Essen zu bündeln. Das Projekt trägt unternehmensintern den Namen „Parent“. Nun werden die Pläne offenbar konkreter. Für den 10. August – mitten in der Urlaubszeit – ist eine Sondersitzung des RWE-Aufsichtsrates geplant.

Schlagkräftiger machen

Erklärtes Ziel von RWE-Vorstandschef Peter Terium ist, den traditionsreichen Energiekonzern schneller und schlagkräftiger zu machen. Im Umfeld des Unternehmens wird darauf verwiesen, dass es in Zeiten der Energiewende nicht mehr zeitgemäß sei, Produktentwicklungen oder Investitionsentscheidungen mit drei oder vier Vorstandsgremien und Aufsichtsräten abstimmen zu müssen. Das Netz der RWE-Tochterfirmen soll nun offenbar kräftig ausgedünnt werden. 36 Gesellschaften könnten betroffen sein, heißt es. Entsprechend groß ist die Unruhe auf der Managementebene: Vorstandsmitglieder könnten zu Bereichsleitern degradiert werden. Die Entscheidungsstrukturen werden wohl deutlich verschlankt.

Vorstands-Erweiterung

Gleichzeitig gibt es Spekulationen über eine Erweiterung des Konzernvorstands in Essen. Zuständigkeiten für das operative Geschäft könnten künftig verstärkt in der Zentrale angesiedelt werden. Auch aus machttaktischen Erwägungen könnte dies für den gerade erst mit einem neuen Vertrag ausgestatteten Vorstandschef Terium von Vorteil sein.

Die kommunalen Aktionäre haben den RWE-Vorstand nun gebeten, einen Fragenkatalog zum Konzernumbau zu beantworten – ein ungewöhnlicher Vorgang.

 
 

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