RWE darf Tochterunternehmen an russischen Investor verkaufen

Das Logo der RWE Öltochter RWE Dea in Hamburg vor dem Firmensitz.
Das Logo der RWE Öltochter RWE Dea in Hamburg vor dem Firmensitz.
Foto: Angelika Warmuth
Trotz der Ukrainekrise verkauft RWE seine Öl- und Gas-Tochter an eine Investoren-Gruppe, die sich um einen russischen Oligarchen schart. Die Bundesregierung sieht keine Probleme wegen des umstrittenen Deals. Das Unternehmen freut sich über den Geldsegen von mehr als fünf Milliarden Euro.

Berlin/Essen.. Aufatmen bei RWE: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den umstrittenen Verkauf der RWE-Tochter Dea an ein Konsortium unter Führung des russischen Oligarchen Michail Fridman genehmigt. Das teilte am Freitag die Bundesregierung mit. Damit kann der Milliarden-Deal nun wie geplant bis zum Jahresende über die Bühne gehen.

Für den Essener Energiekonzern ist die Genehmigung ein Meilenstein auf dem Weg zur Konsolidierung. Der Verkauf der Gas- und Ölfördertochter spült Milliarden in die Kassen und gilt als wichtiger Baustein in der Strategie, mit der RWE-Chef Peter Terium den angeschlagenen Energieriesen wieder auf Kurs bringen will.

Dea fördert Öl und Gas

Dea galt lange als Ertragsperle. Dem Unternehmen, das unter anderem in Deutschland und Norwegen Öl und Gas fördert und drei Gasspeicher in Bayern betreibt, stehen aber milliardenschwere Investitionen ins Haus. Jetzt wechselt die Hamburger RWE-Tochter für 5,1 Milliarden Euro den Besitzer. Darin enthalten sind 600 Millionen Euro an Verbindlichkeiten, die der Käufer mit übernimmt. Dass Hamburg Unternehmenssitz bleibt, ist ebenfalls Vertragsbestandteil.

Eigentlich war der Verkauf schon Ende März besiegelt worden. Zur Vertragsunterzeichnung kamen Vertreter der LetterOne-Gruppe nach Essen. Auch die EU gab grünes Licht. Doch der sich zuspitzende Ukraine-Konflikt rief die Politik auf den Plan. Kritik kam von den Grünen, aber auch aus Teilen der CDU.

Gabriel ließ seit Juni prüfen, ob das Geschäft strategische Interessen der Bundesrepublik verletze. Die Bundesregierung erwarte durch den Verkauf keine Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit, teilte sein Ministerium gestern mit. Postwendend kam Kritik von den Grünen. „Es kann nicht sein, dass Deutschland mit dem Segen der EU Herrn Putin auch versorgungsrelevante Energieinfrastruktur überlässt“, wetterte Fraktionsvize Oliver Krischer.

 
 

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