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Rekordgewinne mit Star Wars: Möge der Markt mit dir sein

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GYI_495813804.jpg Foto: Getty Images
In einem Monat läuft die Star-Wars-Episode VII an. Schon jetzt machen Firmen Rekordgewinne mit Spielzeug, DVDs und anderen Produkten.

Berlin. 

Am 17. Dezember startet der neue Star-Wars-Film „Das Erwachen der Macht“ in den deutschen Kinos. Bis dahin spekulieren Experten nicht nur über die Handlung, sondern auch, ob der Film an den Kinokassen zu Rekorden führen wird. Dabei steht schon jetzt fest, dass das Geschäft mit der Marke Star Wars in diesem Jahr beispiellose Gewinne für zahlreiche Firmen bringt.

Seit der Veröffentlichung des ersten Star-Wars-Films im Jahr 1977 wurden unter dem Sternenbanner des Erfinders und Regisseurs Geroge Lucas bis Anfang 2015 geschätzte 27 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Und es sieht so aus, als würden sie auch weiter steigen.

Der Spielzeug-Stern leuchtet am hellsten

Die Einnahmen umfassen dabei neben den Verkäufen von Kinotickets auch DVD-Verkäufe und das große Feld des Merchandisings. Wie kaum eine andere Filmreihe hat es die Star-Wars-Marke geschafft, genau in diesem Bereich unvorstellbare Erlöse zu erzielen. Finanzexperten sprechen von 12 Milliarden US-Dollar, die in den vergangenen 38 Jahren allein für Actionfiguren, Plastikschwerter und weiteres Spielzeug ausgegeben wurden.

Die Einnahmen durch Spielzeugverkäufe nehmen damit im Star-Wars-Universum einen Raum von über 44 Prozent ein. Der Spielzeug-Stern leuchtet am hellsten und strahlt um 50 Prozent stärker als die Verkäufe von Kinotickets und DVDs. Sie generierten einen Umsatz von zusammen etwa 8 Milliarden Dollar.

Tim Nollen, Analyst beim australischen Finanzdienstleister Macquarie Securities sagt voraus, dass die Umsätze mit dem Merchandise von Star-Wars-Artikeln allein in diesem Jahr 5 Milliarden Dollar erreichen könnten, wie der „Hollywood Reporter“ berichtet. Wie viel dabei beim Disney-Konzern hängen bleibt, ist unklar. Disney hatte 2012 die Firma Lucasfilm von Star-Wars-Erfinder George Lucas übernommen – und damit auch die Namens- und Vermarktungsrechte für dessen Filme. Belegt ist allerdings, welchen Stellenwert Merchandise mittlerweile beim Mickey-Mouse-Konzern einnimmt. Im Jahr 2013 setzte das Unternehmen insgesamt 45 Milliarden Dollar um, allein 40 Milliarden stammten aus Lizensierungs- und Merchandise-Geschäften, wie das Variety-Magazin berichtet.

Unenedliche Weiten an Produktfeldern

Finanzexperten loben in den Branchenmedien von Bloomberg oder im Forbes-Magazine die Fähigkeit von Lucasfilm und nun Disney, den Markt immer dann wieder zu bedienen, wenn die Verkäufe von Star-Wars-Artikeln stagnieren oder rückläufig sind.

Ein Hauptgrund für diesen Erfolg dürften auch die stetig erneuerten Produktlinien sein. Das Merchandise rund im die Marke Star-Wars umfasst neben Spielfiguren und Textilien auch Elektronik wie etwa USB-Sticks und Computermäuse in Form des Bösewichtes Darth Vader oder des urigen Jedimeisters Yoda. Hinzu kommen unzählige Produkte des Bauklotz-Giganten Lego, der auch Namensrechte an der Marke erworben hatte.

Was die Spielwarenhersteller am 4. September, dem sogenannten “Force-Friday” vorstellten, scheint wieder den Nerv der Zeit zu treffen. Zum einen gibt es den “Millenium Falken”, das legendäre Raumschiff des Schmugglers Han Solo nun als ferngesteuerte Drohne. Dazu kommt der kugelförmige Droide BB-8, der sich per Smartphone-App steuern lässt. In den USA bildeten sich morgens vor Verkaufsstart teils Hundert Meter lange Schlangen vor den Spielzeugläden. Die Kunden: fast ausschließlich Erwachsene.

Ganze Branche profitiert von den Filmen

Die Spannung vor dem kommenden Star-Wars-Film (“Erwachen der Macht”), der am 17. Dezember in die deutschen Kinos kommen soll, beflügelt nicht nur den Mutterkonzern Disney, sondern offensichtlich auch die gesamte Spielwarenbranche. Das amerikanische Einzelhandelsunternehmen Target verzeichnete an den Tagen der Veröffentlichung des ersten Trailers zum kommenden Star-Wars-Film eine Steigerung der gesamten Spielwarenverkäufe von 12 Prozent. Weitere Steigerungen erwarte das Unternehmen laut Bloomberg in der zweiten Jahreshälfte. Dass der Filmstart und damit der größte Hype eine Woche vor Weihnachten erfolgt, dürfte die Nachfrage nach den Star-Wars-Produkten in dieser zweiten Jahreshälfte noch deutlich steigern.