Reisefirma Unister erklärt neue Buchungen für abgesichert

Das Firmenschild von Unisterin Leipzig.
Das Firmenschild von Unisterin Leipzig.
Foto: dpa
Mehrere Töchter der Reisefirma Unister sind nach dem Tod des Firmenchefs insolvent. Doch der Insolvenzverwalter macht Kunden Hoffnung.

Leipzig.. Kunden des insolventen Internetunternehmens Unister sollen die verbliebenen Angebote der Firma bedenkenlos nutzen können. „Sämtliche Leistungen, die Kunden auf Portalen der Unister-Gruppe buchen können, sind sicher“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Die Reiseportale der insolventen Unister Holding und ihrer insolventen Töchter seien „auf das sichere Vermittlergeschäft umgestellt“, die Situation habe sich „stabilisiert“. Dies gelte auch für die Buchungszahlen auf Portalen wie ab-in-den-urlaub.de und fluege.de.

Sämtliche Unister-Portale seien nun auf das Vermittlungsgeschäft beschränkt. „Potenziell risikobehaftete direkte Vertrags- und Zahlungsbeziehungen mit insolventen Gesellschaften sind seitdem ausgeschlossen“, sagte Flöther. Die Urlaubstours GmbH, die direkt als Reiseveranstalter auftrat, nehme keine Buchungen mehr an. Für bereits bei Urlaubstours gebuchte Reisen gewährleiste der Kundengeldabsicherer Generali AG die vollumfängliche Durchführung. Auch die Auszahlung von Reisegutscheinen, mit denen Kunden eine Rückvergütung nach Reiseantritt erhalten, sei durch den Insolvenzverwalter gewährleistet.

Ob Gutscheine ausgezahlt werden, ist unsicher

Ungewiss bleibt die Situation für rund 14.000 Kunden mit Gutscheinen der U-Deals GmbH, einem Ableger der insolventen Unister Travel. Ihre Forderungen kommen auf die Liste der Gläubiger. Was daraus wird, ist offen. Er hoffe auf „künftige Investoren“ – und darauf, dass die „diese Forderungen ganz oder teilweise begleichen“, so Flöther.

Unterdessen prüft die Staatsanwaltschaft Leipzig einen Anfangsverdacht auf Insolvenzverschleppung. Die Frage sei nur, ob es überhaupt einen Beschuldigten gebe, gegen den sich die Ermittlungen richten könnten, hieß es. Infrage komme allein der Geschäftsführer. „Und ermitteln können wir nur gegen Lebende“, sagte ein Sprecher. Unister-Chef Thomas Wagner war bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Ein DNA-Beweis steht aber noch aus. (bra)

 
 

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