Real: Dutzende Filialen werden dicht gemacht – „Desaströs“

Der Supermarktkette „Real“ drohen viele Schließungen.
Der Supermarktkette „Real“ drohen viele Schließungen.
Foto: imago images

Die schlimme Befürchtung scheint bittere Realität zu werden. Viele Kritiker hatten prophezeit, dass der Supermarktkette Real nach der Übernahme durch einen russischen Finanzinvestor Schließungen drohen. Die Befürchtungen sind bittere Realität geworden.

Real: Etliche Filialen werden geschlossen

Seit Mitte Februar steht fest, dass Real verkauft wird – jetzt werden auch die ersten Real-Schließungen bekannt. So sollen bis spätestens Sommer 2021 sieben Real-Geschäfte geschlossen werden.

Es handelt sich um die Filialen in

  • Bamberg
  • Deggendorf
  • Augsburg
  • Papenburg
  • Bad Sobernheim
  • Wildau
  • Rheine (NRW)

mit insgesamt 650 Mitarbeitern.

Bei der Gewerkschaft Verdi klingeln bereits die Alarmglocken: „Das ist ein bitterer Tag für die Beschäftigten bei Real, und es sind wohl leider nicht die letzten schlechten Nachrichten nach diesem desaströs geführten Verkaufsprozess“, so Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger zur dpa.

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Neuer Real-Eigentümer will weitere Filialen schließen

Die verkündeten Schließungen seien mit dem zukünftigen Real-Eigentümer SCP besprochen – und sind erst der Anfang: der russische Finanzinverstor hatte beim Kauf angekündigt, 30 Filialen schließen und ein Großteil der 276 Märkte verkaufen zu wollen. Nur 50 Filialen sollen noch zwei Jahre unter dem Real-Namen weitergeführt werden.

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Das ist Real:

  • Die Einzelhandelskette Real gehört zur Metro AG.
  • In Deutschland gibt es 276 Warenhäuser.
  • Die Gesellschaft real GmbH hat Sitz und Zentrale in Düsseldorf.
  • Real gibt es seit 1968, damals noch unter dem Namen „real-Kauf“. Märkte wie divi, basar und esbella wurden von real gekauft, außerdem die 85 noch verbliebenen Deutschland-Filialen von Walmart.
  • 34.000 Mitarbeiter sind derzeit bei der Kette beschäftigt.
  • Rund 75 Prozent werden mit dem Verkauf von Lebensmitteln erwirtschaftet.
  • Real gibt es im Ruhrgebiet in allen größeren Städten: Ein Mal in Mülheim und Gelsenkirchen, zwei Mal in Essen, in Dortmund und Bochum jeweils drei Mal.

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Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger hat bereits am Dienstag Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) aufgefordert, aktiv zu werden und die Beteiligten an einen Tisch zu holen. Denn: „Es geht um 34.000 Menschen mit ihren Familien, die nicht wissen, ob sie in einem Jahr noch arbeiten haben.“

Real: Über 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr

Laut Verdi sind bis zu 10.000 Arbeitsplätze durch die Übernahme in Gefahr. Das betrifft auch die Zukunft der 50 Filialen, die vorerst weiter betrieben werden sollen.

„Niemand ist in der Lage, ein Unternehmen mit lediglich 50 Warenhäusern auf Dauer wirtschaftlich zu betreiben“, sagt Orhan Akman, Verdi-Bundesfachgruppenleiter für den Einzelhandel. Es sei nur eine „Beruhigungspille“ für die Mitarbeiter.

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Keine Job-Sicherheit

Auch die Angestellten der Filialen, die verkauft werden, haben keine Job-Sicherheit. Denn Verdi befürchtet, dass den Mitarbeitern am Ende wegen langer Umbauzeiten doch gekündigt werden müsse.

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Deshalb will die Gewerkschaft mit dem Investor SCP und potenziellen Real-Käufern Sozialtarifverträge abschließen, die eine reibungslose Übernahme garantieren. (dpa)

 
 

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