Düsseldorf

Real endgültig verkauft! Das bedeutet der Deal für Kunden und Mitarbeiter

Düstere Zeiten für Real: Der Finanzinvestor SCP will die Supermarkt-Kette zerschlagen, die Zukunft der einzelnen Filialen ist ungewiss. (Symbolbild)
Düstere Zeiten für Real: Der Finanzinvestor SCP will die Supermarkt-Kette zerschlagen, die Zukunft der einzelnen Filialen ist ungewiss. (Symbolbild)
Foto: picture alliance/dpa

Düsseldorf. Es ist traurige Gewissheit: Supermarkt-Riese Real ist verkauft, die Verträge unterschrieben. Jetzt soll Real zerschlagen werden – aber was wird aus den einzelnen Real-Filialen?

Real: Ungewissheit für Mitarbeiter und Kunden

Real ist Geschichte! Nach monatelangen Verhandlungen kam der Deal zwischen Metro und dem Finanzinvestor SCP endlich zustande – die Real-Mitarbeiter und Kunden sind die Verlierer.

Denn fest steht: Ein Großteil der Filialen soll an Konkurrenten wie Kaufland (will angeblich mindestens 100 Filialen übernehmen) oder Edeka verkauft werden. 50 Märkte sollen noch 24 Monate als Real weitergeführt werden – und rund 30 Geschäfte sollen endgültig geschlossen werden. Welche Filiale welches Schicksal erfährt, ist unklar.

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Das ist Real:

  • Die Einzelhandelskette Real gehörte zur Metro AG.
  • In Deutschland gibt es 276 Supermärkte.
  • Die Gesellschaft real GmbH hat ihren Sitz in Düsseldorf. Die Zentrale befindet sich in Mönchengladbach.
  • Real wurde 1992 gegründet und entstand aus einer Fusion der Märkte divi, basar, esbella und real-kauf. 2006 wurden außerdem die 85 noch verbliebenen Deutschland-Filialen von Walmart übernommen.
  • 34.000 Mitarbeiter sind derzeit bei der Kette beschäftigt.
  • Rund 75 Prozent werden mit dem Verkauf von Lebensmitteln erwirtschaftet.
  • Real gibt es im Ruhrgebiet in allen größeren Städten. Zwei Mal in Mülheim und Essen, in Dortmund und Bochum jeweils drei Filialen, Gelsenkirchen und Oberhausen haben je einen Real-Supermarkt.

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Gewerkschaft Verdi ist alarmiert

Für Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger ist der Tag der Verkündung ein „bitterer Tag für die Real-Beschäftigten“. Sie befürchtet, dass mehr als 10.000 Arbeitsplätze durch die Übernahme vernichtet werden könnten.

+++Real: Etliche Filialen werden dicht gemacht – DAS droht den anderen Märkten+++

Auch der Bundesfachgruppenleiter für den Einzelhandel, Orhan Akman ist beunruhigt – er glaubt, dass mehr als 30 Filialen dicht gemacht werden. „Wir befürchten, dass die Zahl noch deutlich steigen könnte. Denn was am Ende aus den 50 Filialen wird, die erst einmal weiterbetrieben werden sollen, ist völlig unklar“, so Akman.

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SCP-Chefin Marjorie Brabet-Friel kündigte zwar an, man werde versuchen, „Schließungen und Entlassungen so weit wie möglich zu vermeiden“. Doch wie dieses Lippenbekenntnis in der Praxis aussieht, können erst die nächsten Monate zeigen. (mit dpa)

 
 

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