Real vor dem Aus: Betriebsrat warnt nun eindrücklich – „Es wird ein Drama“

10.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr, warnt der Betriebsrat von Real.
10.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr, warnt der Betriebsrat von Real.
Foto: imago images / Emmanuele Contini

Real, Einmal hin. Alles drin“ – diesen Slogan hören die Mitarbeiter der Supermarkt-Kette Tag für Tag im hauseigenen Radio. Doch damit könnte bald schon Schluss sein.

Denn Ende Januar plant Real-Inhaber Metro AG alle 277 Märkte in Deutschland an ein deutsch-russisches Konsortium zu verkaufen. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Werner Klockhaus erwartet fatale Folgen. Etliche Existenzen der Real-Mitarbeiter sind gefährdet, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

Real: Betriebsrat warnt vor 10.000 Arbeitsplätzen, die wegfallen können

Aktuell arbeiten etwa 34.000 Menschen bei Real. Die Kette will alle Märkte an das deutsch-russische Konsortium X-Bricks verkaufen. Der Betriebsrat des Unternehmens warnt. „Der Gesamtbetriebsrat rechnet mit etwa 10.000 Arbeitslosen. Das heißt, fast jede dritte Stelle ist in akuter Gefahr. Es wird ein Drama“, so Klockhaus.

+++ Jan Fedder: Rührende Trauerfeier – Schauspieler Ben Becker benimmt sich total daneben +++

Dabei sollen etliche Real-Filialen geschlossen werden. Werner Klockhaus: „Man darf von rund 50 Schließungsmärkten oder mehr ausgehen. Wenn man pro Markt 120 Mitarbeiter zählt, wären das schon 6000 Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz verlieren.“

„Nach dem Verkauf wird nichts mehr so sein, wie es war“

Aber es könnte noch schlimmer kommen. Wenn X-Bricks die Real-Märkte an weitere Wettbewerber weiterreichen würde, kämen etwa weitere 4000 Arbeitslose dazu. Er vermutet, dass dann auch die Zentralverwaltung in Düsseldorf, die Logistik, die IT-Abteilung und Werbung vor dem Aus stünden. „Die dort Beschäftigten werden dann nicht mehr benötigt und voraussichtlich betriebsbedingt gekündigt. Nach dem Verkauf wird nichts mehr so sein, wie es war.“

-----------

Mehr zum Real-Verkauf:

-----------

In der Kritik steht auch die Regierung. Sie soll bisher einfach nicht gehandelt haben. „Ich glaube, dass die Politik die Situation des Verkaufs von Real komplett unterschätzt. Es gab viele Gespräche mit Politikern aus allen Ebenen, unter anderem auch mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, die uns leider bis jetzt nicht weitergeholfen haben.“

+++ Michael Wendler: Vertraute verrät jetzt öffentlich – „Laura Müller ist eine ...“ +++

Grund für die Untätigkeit der Regierung: Das Kaiser's Tengelmann-Drama.

-------------------------------------

Das ist Real:

  • Noch gehört die Einzelhandelskette Real zur Metro AG.
  • In Deutschland gibt es 277 Supermärkte.
  • Die Gesellschaft real GmbH hat ihren Sitz in Düsseldorf. Die Zentrale befindet sich in Mönchengladbach
  • Real wurde 1992 gegründet und entstand aus einer Fusion der Märkte divi, basar, esbella und real-kauf. 2006 wurden außerdem die 85 noch verbliebenen Deutschland-Filialen von Walmart übernommen
  • 34.000 Mitarbeiter sind derzeit bei der Kette beschäftigt.
  • Rund 75 Prozent werden mit dem Verkauf von Lebensmitteln erwirtschafet.

-------------------------------------

Der Verkauf zog sich bekannterweise über Jahre hin, weil die Regierung sich eingemischt hat, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Klockhaus fasst zusammen: „Letztendlich sind wir, die Beschäftigten von Real, von der Politik enttäuscht.“

Real im Ruhrgebiet oft vertreten

Im Ruhrgebiet gibt es in allen größeren Städten Real-Märkte. Mülheim und Essen haben zwei, Dortmund und Bochum drei, Gelsenkirchen und Oberhausen haben je einen Real-Supermarkt.

In Essen wurde der Real-Markt jüngst komplett abgerissen und nicht weit davon entfernt im neu entstandenen Kronenberg-Center wiedereröffnet.

 
 

EURE FAVORITEN