Studierende der THGA im Gespräch

Die Studierenden der THGA schätzen das praxisnahe und vielfältige Studium.
Die Studierenden der THGA schätzen das praxisnahe und vielfältige Studium.
Foto: RAG
In drei Wissenschaftsbereichen bietet die Technische Hochschule Georg Agricola 14 praxisnahe Studiengänge an – drei Studierende geben Einblick.

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Dennis Knierim Studiert berufsbegleitend „Geoingenieurwesen und Nachbergbau“ im Masterstudiengang. Für seine Bachelorarbeit „Einfluss des Franziska-Erbstollens in Witten auf den Wasserhaushalt“ erhielt er als beste Abschlussarbeit den ITASCA-Award 2016 der THGA.

Was führte Sie zum Studium an die THGA?

Dennis Knierim: Als Junge habe ich oft einen Globus angeschaut und mich gefragt, was im Inneren der Erde geschieht. Was passiert da, was ich nicht sehen kann? Das hat mich immer beschäftigt. Ein naturwissenschaftliches Fach wie Geologie kam für mich aber nicht infrage, weil ich ein praxisorientiertes Studium machen wollte. Als Bochumer kannte ich die THGA und entdeckte da das Fach „Geotechnik und Angewandte Geologie“. Das war genau das Richtige für mich!

Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Knierim: Auf jeden Fall, obwohl ich die Dimension des Fachs erst im Studium erfahren habe. Eine Frage war z. B.: „Warum steht der Schiefe Turm von Pisa schief?“ Ja, warum? Das wollte ich wissen! Das wollte ich herausfinden und berechnen können, um Ähnliches zu verhindern. Das Gute an der THGA mit ihrer Trägerschaft ist der enge Praxisbezug. Uns Studierenden wird vermittelt, woran Unternehmen wie die RAG und DMT arbeiten und forschen. Das fasziniert mich.

Was reizte Sie bei Ihrer Bachelorarbeit am Thema „Franziska-Erbstollen“?

Knierim: Als ich vom Franziska-Erbstollen hörte, wollte ich genau das Thema behandeln. Ein Erbstollen ist ein gemauerter Hohlraum, der einige Kilometer durchs Gebirge führt und das Wasser aus dem darüber liegenden Gebirge an der tiefsten Stelle „erbt“ und ableitet. So wurden die Stollen für den Kohleabbau trocken gehalten. Manche Erbstollen sind so alt wie die Französische Revolution und entwässern noch heute die Gebirge an der Ruhr. Die Frage, woher das Wasser kommt, finde ich spannend.

Warum entschieden Sie sich für das Masterstudium „Geoingenieurwesen und Nachbergbau“?

Knierim: Während der Bachelorarbeit habe ich meine Leidenschaft für den Altbergbau entdeckt, und der Studiengang an der THGA ist einzigartig. Hier kann ich an Lösungen für die Ewigkeitsaufgaben mitwirken, für die es kein Schema F gibt.

Was möchten Sie nach dem Studium machen?

Knierim: Ich möchte im Bereich Altbergbau und seine Folgen arbeiten, z. B. bei der Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau.

Dennis Lyskawka Studiert berufsbegleitend „Elektro- und Informationstechnik“ im Masterstudiengang. Für seine Bachelorarbeit entwickelte er eine Software, mit der sich Lichtquellen individuell mit Gesten bedienen lassen. Damit belegte er auf der Fachmesse „belektro“ 2016 den 1. Platz im Ideenwettbewerb „Smart Lighting“.

Warum haben Sie sich für ein Studium an der THGA entschieden?

Dennis Lyskawka: Ich bin nach der 10. Klasse vom Gymnasium abgegangen und habe eine Ausbildung zum Elektriker für Betriebstechnik beim TÜV Nord gemacht, die ich mit der Note 1 und einer Auszeichnung bestanden habe. Parallel zur Ausbildung habe ich an der Berufsschule mein Fachabitur nachgeholt, um meine Chancen in der Berufswelt zu verbessern. Danach wollte ich sofort arbeiten. Um meine berufliche Perspektive entscheidend zu verbessern, habe ich mich dann doch für ein Studium entschieden. Zur THGA kam ich über eine Empfehlung.

Was schätzen Sie hier an der THGA?

Lyskawka: Es ist eine kleine Hochschule, an der man die Mitstudenten und Professoren kennt. Hier gibt es kleine Gruppen, individuelle Betreuung und kurze Wege zum Informationsaustausch. Manchmal ist das wie Privatunterricht.

Sie haben eine Software entwickelt, mit der sich Lichtquellen mit Gesten bedienen lassen. Wo lässt sich das einsetzen?

Lyskawka: Das System eignet sich nicht nur für Lichtquellen. Damit lässt sich eigentlich jedes elektronische Gerät per Handschlag steuern – vom Fernseher bis zur Klimaanlage. Es ist aber auch für den Bereich „Assisted Living“ zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung geeignet. In Notfällen, z.B. wenn eine Person auf dem Boden liegt, könnte automatisch ein Alarmsignal ertönen oder der Rettungswagen alarmiert werden.

Wo geht beruflich die Reise für Sie hin?

Lyskawka: Da bin ich noch nicht festgelegt. Aktuell arbeite ich als Werkstudent beim Lichtforum NRW: Mich reizt die Vielfältigkeit – von der Industrieautomation über die Smart-Buildings-Technologie bis hin zur Energietechnik und Speicherung bei den Erneuerbaren. Jeder Bereich ist vielversprechend. Aber in Forschung und Entwicklung zu arbeiten, wäre natürlich großartig. Egal ob an einer Hochschule oder in der Industrie – da wäre ich flexibel.

Nicole Senger ist ausgebildete Werkstoffprüferin und studiert berufsbegleitend „Angewandte Materialwissenschaften“ im Bachelorstudiengang. Als „Studi-Kumpel“ ist sie an der THGA Ansprechpartnerin für Studieninteressierte.

Wie kamen Sie zum Studium „Angewandte Materialwissenschaften“?

Nicole Senger: Ich war schon früh technisch interessiert und hatte in der Oberstufe Informatik, Mathe und Physik als Leistungsfächer gewählt. So kam ich darauf, etwas in Richtung Technik und Maschinenbau, speziell Materialwissenschaft zu machen. Schon während meiner Ausbildung zur Werkstoffprüferin im Labor der Fachhochschule Süd-Westfalen Soest habe ich mich gemeinsam mit einer Freundin für dieses Studium entschieden.

Warum studieren Sie das Fach ausgerechnet an der THGA?

Senger: Ich wohne und arbeite in Soest, sodass nur ein Studienort in der Nähe möglich ist. Die FH in Soest und die meisten Unis im Ruhrgebiet bieten nur ein klassisches Maschinenbaustudium mit Konstruktions- oder Anlagentechnik in Vollzeit an. Ich wollte aber speziell Materialwissenschaft studieren und gleichzeitig arbeiten, um weitere Praxiserfahrungen zu sammeln. An der THGA kann ich beides kombinieren.

Wie bringen Sie Studium und Job unter einen Hut?

Senger: Das erfordert viel Selbstdisziplin, aber man gewöhnt sich daran. Wenn ich abends bis 22 Uhr Vorlesungen habe, schlafe ich hier in Bochum und fahre früh morgens nach Soest zur Arbeit. Aber ich finde es einfacher, hier in der Gruppe anstatt zu Hause alleine zu studieren. Außerdem wird man hier gut betreut.

Womit beschäftigen sich Werkstoffprüfer und Materialwissenschaftler?

Senger: Man prüft Werkstoffe auf die einzelnen charakteristischen Merkmale: Festigkeit, Härte und sonstige materialbestimmende Eigenschaften. Im Job analysiere ich Schadensfälle, wenn z. B. Bauteile gebrochen sind. Im Studium kommen dann Qualitätsmanagement und die Entwicklung von neuen Werkstoffen u. a. hinzu. Sie müssen so miteinander kombiniert werden, dass sie besonders effizient, leistungsstark, kostengünstig und langlebig sind.

Wo möchten Sie später tätig werden?

Senger: Am liebsten möchte ich in einem metallverarbeitenden Betrieb im Qualitätsmanagement-Bereich arbeiten oder sogar in Forschung und Entwicklung in der Industrie.

 

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