Schwere Lasten und feinste Planung

Am Haken: Die Reserveantriebstrommel kam per Schwerlasttransport zum Bergwerk Prosper-Haniel.
Am Haken: Die Reserveantriebstrommel kam per Schwerlasttransport zum Bergwerk Prosper-Haniel.
Foto: DIETMAR KLINGENBURG
Der Förderberg von Prosper-Haniel ist nicht nur eine Besonderheit, sondern auch erfolgskritisch für den Auslauf. Damit die Bänder immer auf Hochtouren laufen können, stand kürzlich die Generalüberholung der Reserveantriebstrommel an.

Essen.. Der Förderberg des Bergwerks Prosper- Haniel, ein 3,8 Kilometer langer Schrägschacht, verbindet die Tagesanlagen mit der 5. Sohle. Er ist der einzige seiner Art im Ruhrbergbau und mit seiner Länge und Neigung von 22 Prozent auch europaweit eine Besonderheit. Über ihn fördern Bandanlagen mit einer Geschwindigkeit von sechs Metern pro Sekunde rund 2000 Tonnen Rohkohle pro Stunde an die Tagesoberfläche. Zusätzlich transportiert das Untertrum auf umgekehrtem Wege Waschberge aus der Aufbereitung nach unter Tage und von dort zum Standort Haniel.

Das Gurtband „im Berg“ ist 7500 Meter lang, rund 800 Tonnen schwer und läuft rund um die Uhr mit der Kraft des Kopfantriebs und seiner installierten Leistung von zweimal 3,1 Megawatt. Die Antriebstrommel dient sozusagen als Motor, ohne sie läuft nichts. Um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein und dann Stillstandszeiten so gering wie möglich zu halten, steht stets eine Reservetrommel bereit. Ihr Zustand sollte immer einwandfrei sein. Jüngst musste die Reserve zur Generalüberholung durch die Herstellerfirma Voith, damit auch im Endspurt des Auslaufs die Förderbänder auf Hochtouren laufen können.

Parallel dazu erstellte der Servicebereich Technik- und Logistikdienste (BT) zusammen mit den Fachleuten von Pros per eine umfangreiche Dokumentation über sämtliche Vorbereitungsmaßnahmen und Arbeiten zum Wechsel der Antriebstrommel am Förderberg: detaillierte und bebilderte Ablaufpläne für jeden einzelnen Arbeitsschritt, benötigte Fachleute und Kompetenzen, Werkzeuge und Hilfsmittel, Hinweise zu Arbeitssicherheit und ergonomischem Arbeiten sowie zu beteiligende Fremdfirmen inklusive Kontaktdaten. Erfolgskritisches Knowhow für den Notfall. „Es gehört zu unseren Kernaufgaben im Auslauf, gemeinsam mit den Bergwerken Prozesse zu besichern – auch präventiv“, betont Elmar Wiejack-Symann, Betriebsdirektor Dienstleistungen bei BT.

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