Malakoffturm von Prosper II: Eine Rarität im Ruhrgebiet

Der Aufstieg lohnt sich: Beim Erklimmen des Malakoffturms lernen die Teilnehmer das Bauwerk kennen und blicken über das Ruhrgebiet.
Der Aufstieg lohnt sich: Beim Erklimmen des Malakoffturms lernen die Teilnehmer das Bauwerk kennen und blicken über das Ruhrgebiet.
Foto: Klaus Peter Schneider
Führung auf Malakoffturm von Prosper II offenbart beeindruckende Aussicht.

Die Malakofftürme des 19. Jahrhunderts bilden die Vorläufermodelle der stählernen Fördergerüste in der Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Sie besitzen eine massive Bauweise und fallen meist durch ihre aufwendig gestaltete Backsteinfassade auf.

Der Malakoffturm von Prosper II in Bottrop zeigt mit seinem eingebauten Strebengerüst das einzig erhaltene Beispiel im Ruhrgebiet dieser Art. Besucher können ihn an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat bei einer Führung der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur besichtigen. Einst standen mehr als 130 Malakofftürme im Ruhrgebiet, von denen 13 erhalten blieben. Der Malakoffturm über Schacht 2 der Zeche Prosper II entstand in den Jahren 1871 bis 1875. Bereits 1896 bauten die Konstrukteure ein stählernes Fördergerüst in den Turm ein. Das heutige Gerüst in Vollwandbauweise stammt aus den Jahren 1933 und 1934 mit einer zweiten Seilscheibenbühne von 1958.

Beim Aufstieg durch das Innere im Turm gelangen Besucher auf die eigens errichtete Aussichtsplattform. Auf dem Weg entdecken sie das alte Mauerwerk und später die Stahlstreben. Oben angelangt, können die Besucher die interessante Umgebung ausmachen: Bei gutem Wetter sehen sie das Tetraeder auf der Halde Beckstraße, das Gasometer in Oberhausen sowie die Zeche Zollverein in Essen. In unmittelbarer Nähe befinden sich das Bergwerk Prosper-Haniel sowie die benachbarte Kokerei Prosper. Die Teilnehmer erfahren neben zahlreichen Fakten rund um die Historie des Denkmals auch Wissenswertes über die Architektur und die Bedeutung des Bergbaus für die Stadt Bottrop.

 

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