„Outokumpu ist kein zweiter Fall Nokia in Bochum“

Essen..  Ende 2014 und damit zwei Jahre früher als geplant will der finnische Konzern Outokumpu das Bochumer Nirosta-Stahlwerk schließen. Dabei hatte die IG Metall in einem Tarifvertrag mit den Finnen vereinbart, dass der Bestand des ehemaligen Thyssen-Krupp-Werks mindestens bis 2016 gesichert sein sollte. „Hier spielt vermutlich eine gewisse Unerfahrenheit eine Rolle“, kommentierte dies Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger. „In Deutschland geht man ein solches Thema anders an, wenn man geübt ist in der deutschen Mitbestimmung.“ Personalvorstand Oliver Burkhard fügte hinzu: „Es ist nicht besonders klug gewesen, nicht das Gespräch mit den Arbeitnehmervertretern zu suchen, wenn es ein Problem gibt.“

Finanzchef Guido Kerkhoff setzte einen anderen Akzent. Er wolle „eine Lanze für Outokumpu brechen“, erklärte er. „Die Kommunikation war sicherlich nicht optimal, aber Outokumpu ist kein zweiter Fall Nokia in Bochum.“ Die Lage sei ganz anders: „Outokumpu verdient definitiv kein Geld. Und zur Ehrlichkeit gehört auch: Die Verlustbringer kommen ausnahmslos von Thyssen-Krupp.“ Kerkhoffs Urteil in Sachen Outokumpu: „Wenn man sich die finanzielle Situation ansieht, versuchen sie in der Substanz das zu halten, was sie gesagt haben.“

Hiesinger verweist auch auf eine Vorgabe der Kartellbehörden, die für Outokumpu von Nachteil gewesen sei. „Auch der Markt hat sich deutlich schlechter entwickelt als erwartet. Wir müssen Verständnis haben, dass hier eine veränderte Situation entstanden ist.“ Thyssen-Krupp ist noch an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Outokumpu beteiligt. Wenn nun über Bochum verhandelt werde, könne Thyssen-Krupp aber nur „beratend tätig“ werden. „Das sind Verhandlungen zwischen der IG Metall und Outokumpu.“

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