Ökostrom von Bergehalde

Foto: Hans Blossey
Das Erbe der schwarzen Kohle als Grundlage für grünen Strom? Diese Kombination ist möglich. Das ist das erste Ergebnis einer Machbarkeitsstudie von RAG Montan Immobilien und RWE Innogy, der Ökostromtochter des Energiekonzerns RWE.

Essen.. Das Erbe der schwarzen Kohle als Grundlage für grünen Strom? Diese Kombination ist möglich. Das ist das erste Ergebnis einer Machbarkeitsstudie von RAG Montan Immobilien und RWE Innogy, der Ökostromtochter des Energiekonzerns RWE.

Beide Unternehmen wollen auf der Abraumhalde in Hamm-Sundern ein Pumpspeicherkraftwerk in Kombination mit drei Windrädern bauen. Auf der Halde soll ein Ober- und ein Unterbecken entstehen, Höhenunterschied rund 50 Meter. Weht der Wind kräftig, wird damit Wasser aus dem unteren See in den oberen gepumpt. Bei Flaute fließt das Wasser über eine Turbine zurück und erzeugt Strom. Die Anlage könnte zehn Megawatt Leistung haben.

„Die Berechnungen zeigen, dass dieses Pilotprojekt technisch und wohl auch wirtschaftlich realisierbar ist“, sagte Olaf Heil, Direktor für Neue Technologien bei Innogy.

Eine wichtige Erkenntnis: Die Halde ist stabil genug. Das ergebe sich aus Berechnungen, denen unter anderem Protokolle der Aufschüttungen zu Grunde liegen. „Wir werden die Ergebnisse durch Bohrungen überprüfen“, sagt Projektleiter Jens Schramm. Weiterer Gegenstand der Untersuchung: der Obersee. Dieser hat ein Volumen von rund 600 000 Kubikmetern. Dies entspricht laut Schramm aber nur etwa der Hälfte des Gewichts, das für die Gestaltung der Halde genehmigt ist. Mit der Planung der Becken erfülle man unter anderem die Normen, die für den Bau von Talsperren gelten. Sowohl Unter- als auch Obersee sind aus Sicherheitsgründen für Freizeitaktivitäten gesperrt und werden eingezäunt.

Trotz des Baus des Pumpspeicherwerks können 70 Prozent der Halde rekultiviert werden, die restlichen 30 Prozent würden an anderer Stelle ausgeglichen.

RWE und RAG bekräftigen ihren Willen zum Bau, doch die endgültige Investitionsentscheidung (der Bau kostet rund 60 Millionen Euro) sei noch offen. Das liege, so Heil, an der schwer vorhersehbaren Entwicklung der Energielandschaft und der Strompreise.

Fällt die Entscheidung positiv aus, rechnen RWE und RAG mit etwa zwei Jahren Genehmigungszeitraum sowie weiteren zwei Jahren für den Bau. Gestern Abend wurden die Anwohner über die Ergebnisse der Studie informiert.

 
 

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