Nur im Revier mehr Arbeitslose

Essen.  „Gutes Ende eines guten Jahres“ – so überschreibt die Agentur für Arbeit ihre Bilanz für 2015. Danach waren in NRW im Jahresdurchschnitt 744 228 Arbeitslose gemeldet. Das waren 18 985 weniger als im Vorjahr. Allein im Ruhrgebiet gab es eine Zunahme um 0,7 Prozent auf 252 558 Betroffene.

„Das Jahr ist für den NRW-Arbeitsmarkt gut gelaufen“, sagte Christiane Schönefeld, Chefin der NRW-Regionaldirektion der Agentur für Arbeit, in Düsseldorf. Der Rückgang der Erwerbslosen im vergangenen Jahr sei stärker ausgefallen als erwartet. „Besonders erfreulich ist, dass die Jugendarbeitslosigkeit im Dezember erneut unterhalb von 60 000 lag“, so Schönefeld. Sie geht davon aus, dass sich die „stabile Entwicklung“ bis ins Frühjahr fortsetzt.

Nachdem sich der Arbeitsmarkt seit Mitte 2014 im Aufwind befindet, geht die Agenturchefin jetzt allerdings davon aus, dass die Dynamik etwas nachlässt. „Der für Januar und Februar zu erwartende saisontypische Anstieg der Arbeitslosigkeit ist kein Signal für eine Trendwende“, betont sie. Angesichts der anhaltenden Zuwanderung werde aber die Zahl der erwerbslosen Ausländer deutlich wachsen.

Von November auf Dezember erhöhte sich die Zahl der arbeitslosen Ausländer um 1945 oder 1,7 Prozent auf 188 565. Vor einem Jahr waren noch 14 901 Personen ohne deutschen Pass weniger arbeitslos. Das entspricht einem Zuwachs um 8,6 Prozent. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtzahl der Arbeitslosen in NRW stieg auf 26,3 Prozent. Der Anstieg kommt nach Angaben der Regionaldirektion zu zwei Dritteln durch Flüchtlinge aus Syrien und zu einem Drittel durch Zuwanderer aus Rumänien, Bulgarien und Polen zustande.

Während im Jahresvergleich die Arbeitslosigkeit in Südwestfalen um 4,6 Prozent und in Ostwestfalen-Lippe um 3,9 Prozent zurückging, ist das Ruhrgebiet die einzige NRW-Region, in der die Zahl stieg: um 1633 oder 0,7 Prozent auf 252 558 Betroffene. Als „auffallend“ bezeichnet die Agentur den Anstieg der Arbeitslosigkeit in Gelsenkirchen mit 2069 oder 9,7 Prozent und in Duisburg mit 1585 oder 5,2 Prozent. Ursache sei die starke Zuwanderung aus Osteuropa.