Noch eine Studie zu Fracking

Heinz Krischer
Bohrstelle von ExxonMobil
Bohrstelle von ExxonMobil
Foto: WR

Düsseldorf/Berlin. Nach NRW hat nun auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) ein Gutachten zu Risiken beim „Fracking“ ausgeschrieben. Pikant: Ergebnisse einer Studie aus dem von ExxonMobil finanzierten Prozess werden dort einfließen können – die Ergebnisse der umfangreichen NRW-Fracking-Studie hingegen kommen nur teilweise zum Tragen.

Um „Risikobewertung und Handlungsempfehlungen“ soll es in der Studie für das Bundesumweltministerium gehen, deren Angebotsfrist gestern endete. Außerdem soll eine Einschätzung zum aktuellen Bergrecht abgegeben werden. Bei dieser Studie handelt es sich um das dritte größere Forschungsvorhaben, das sich mit der umstrittenen Fracking-Technik bei der Suche und Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten auseinandersetzt.

So hatte bereits im September das NRW-Umweltministerium ein sehr umfangreiches Gutachten zu möglichen Gefahren des Fracking ausgeschrieben. Wegen des Einspruchs eines unterlegenen Bieters konnte allerdings bisher noch kein Zuschlag erteilt werden.

Seit einigen Monaten läuft auch der wissenschaftlich begleitete „Dialogprozess“ zum Thema Fracking, den ExxonMobil angestoßen und finanziert hat. Der amerikanische Energiekonzern will erkunden lassen, in welchem Rahmen er die Fracking -Technik anwenden kann.

Die zeitliche Abfolge, in der die Studien fertiggestellt werden, ist nicht ohne Brisanz: Denn Umweltminister Röttgen lässt für seine Studie zu, dass Ergebnisse anderer Forschungsvorhaben dort Berücksichtigung finden können. Explizit werden die ExxonMobil-Studie und die NRW-Studie genannt.

ExxonMobil wird seine Erkenntnisse im Februar/März 2012 vorstellen. Die NRW-Studie, deutlich aufwendiger angelegt als die des Bundes, wird frühestens im Juli 2012 fertig werden – und damit mindestens vier Wochen, nachdem Röttgen die Ergebnisse seiner Studie bereits vorgestellt haben will. Deshalb wird aus dem NRW-Gutachten wohl nur ein erster Teil einfließen. Von Seiten der Bürgerinitiativen kommt Kritik an der Ausschreibung des Bundes. „Der Umfang der Studie ist viel zu gering, um auf dieser Basis tatsächlich fundierte Entscheidungen über die möglichen Risiken von Hydraulic Fracturing treffen zu können“, sagt Jörn Krüger, Sprecher von BI’s, die sich gegen das Fracking wenden. Wesentliche der vom Umweltbundesamt genannten kritischen Punkte würden nicht geprüft.