Neues Logistikzentrum – Für Metro ist Marl ein „Glücksfall“

Im Westen des Chemieparks Marl sollen die Zentrallager für Real und Metro entstehen.
Im Westen des Chemieparks Marl sollen die Zentrallager für Real und Metro entstehen.
Foto: Evonik Technology & Infrastructu
Der Düsseldorfer Handelsriese Metro plant am Chemiepark Marl sein größtes deutsches Logistikzentrum mit bis zu 1000 Arbeitsplätzen. Dafür schließt er vier Lager in NRW, darunter auch Essen.

Marl. Beim Handelsriesen Metro ist viel in Bewegung: Im kommenden Jahr ist die Abspaltung der Elektronikmärkte Media Saturn geplant. Zudem soll das gesamte Logistiknetz modernisiert werden. Davon profitiert nun auch das nördliche Ruhrgebiet: Ab Ende 2017 will die Metro ihre deutschen Großmärkte und Real-Warenhäuser von Marl aus beliefern.

Bei der Vorstellung der Pläne blicken die Journalisten am Dienstag nur in zufriedene Gesichter. Von der Metro-Ansiedlung in Marl profitieren alle Beteiligten. Das Wort „Glücksfall“ fällt an diesem Vormittag besonders häufig.

Da ist der Essener Chemiekonzern Evonik, dem die riesige Fläche im Westen des Chemieparks gehört. „Wir haben nichts unversucht gelassen, um hier ein Chemieunternehmen anzusiedeln“, sagt Evonik-Arbeitsdirektor Thomas Wessel. Doch nach jahrelanger Suche sei man zu der Erkenntnis gekommen, dass der Bedarf für Chemie nicht da sei. Dass nun die Metro mit ihrem Logistikzentrum nach Marl komme, sichere auch die Arbeitsplätze im Chemiepark. Beide Un­ternehmen wollen Kälteerzeugung, Infrastruktur und Werksfeuerwehr gemeinsam nutzen.

1000 Arbeitsplätze im Zentrallager für Metro und Real

Von einem „Meilenstein“ spricht Metro-Finanzvorstand Mark Frese, der die „optimalen Ansiedlungsmöglichkeiten“ in Marl lobt. „Die Suche nach guten Flächen wird europaweit immer schwieriger“, klagt der Manager. Die Metro will ihre Logistikstandorte in Deutschland von sieben auf zwei reduzieren. In Süddeutschland wurde der Konzern bereits fündig. In NRW hatte das Unternehmen auch die Räume Velbert und Witten auf der Wunschliste, fand dort aber keine geeigneten Flächen. Am Ende machte der Chemiepark Marl das Rennen – mit seinem Anschluss an Wesel-Datteln-Kanal, an Schienennetz und Autobahn 52.

Der Wermutstropfen: Mit der Inbetriebnahme der beiden Zentral- und Frischelager für Real (140.000 m2) und der Metro-Großmärkte (80.000 m2) vermutlich im Herbst 2017 werden vier Metro-Lager in NRW geschlossen – darunter das in Essen mit 360 Mitarbeitern, aber auch Frechen, Kamen und Unna. Den insgesamt rund 1000 Beschäftigten werde angeboten, in Marl zu arbeiten. Für all jene, die nicht wechseln, werde mit dem Betriebsrat ein Sozialplan ausgehandelt, versichert Frese.

1000 Lkw-Fahrten pro Tag

Metro-Logistikchef Jeroen Janssen Lok rechnet damit, dass ab Ende 2017 täglich 1000 Lkw-Fahrten von Marl aus starten werden, um die Metro- und Real-Filialen mit Ware zu versorgen. Ein Großteil der Anlieferung ins Lager werde über den Wasserweg erfolgen.

Über viel Lob der Akteure darf sich der NRW-Wirtschaftsminister freuen. Metro-Manager Frese dankt für Garrelt Duins „helfende und schützende Hand“. Und Marls Bürgermeister Werner Arndt un­terstreicht, dass Duin viele Probleme im Vorfeld aus dem Weg geräumt habe, um das Metro-Zentrallager zu ermöglichen. Der Minister selbst sieht in der Ansiedlung einen weiteren Beleg dafür, dass NRW und das Ruhrgebiet zu einer „Logistik-Drehscheibe“ in Europa geworden seien.

 
 

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