Neue Triebwagen für das Sauerland-Netz kommen aus Polen

Freuen sich über die Zusammenarbeit:  der Vorstandschef des polnischen Herstellers Pesa, Tomasz Zaboklicki  (links) und der Geschäftsführer vom Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), Burkhard Bastisch, mit einem Modell des Zuges.
Freuen sich über die Zusammenarbeit: der Vorstandschef des polnischen Herstellers Pesa, Tomasz Zaboklicki (links) und der Geschäftsführer vom Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), Burkhard Bastisch, mit einem Modell des Zuges.
Foto: Matthias Graben
Der Fahrzeughersteller Pesa aus Bydgoszcz hat ein Modell seines Dieseltriebwagens für das Sauerland-Netz vorgestellt. Ab Dezember 2016 sollen die neuen Züge rollen. Kleiner Seitenhieb auf Siemens: Die Polen erklären, warum sie keine Angst vor Schwierigkeiten mit dem Eisenbahnbundesamt haben.

Unna. Knapp zwei Jahre dauert es noch, bis der neue Vertrag in Kraft tritt. Ab Dezember 2016 wird die DB Regio mit neuen Dieselfahrzeugen das verbesserte Sauerland-Netz im Auftrag des Zweckverbandes Westfalen-Lippe (NWL), des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) für zwölf Jahr betreiben.

Zum ersten Mal liefert ein polnischer Hersteller die Dieseltriebfahrzeuge. Am Donnerstag hat der Schienenfahrzeughersteller Pesa das Modell präsentiert. Der frühe Zeitpunkt ist nicht ungewöhnlich. „So ein Projekt braucht ausreichend Vorlauf“, sagt Joachim Künzel von der DB Regio. „Die Züge sollen pünktlich auf die Schiene kommen. Außerdem wollen wir den Herstellermarkt mit der polnischen Konkurrenz aufmischen.“

Keine Diskussionen mit dem Eisenbahnbundesamt

Mögliche Schwierigkeiten bei der Zulassung der Züge durch das Eisenbahnbundesamt - ein nicht ungewöhnliches Ereignis in der Branche - fürchtet er nicht. „Es ist von Vorteil, dass sich Pesa auf dem deutschen Markt etablieren will.“ Tomasz Zaboklicki, Vorstandschef des Unternehmens Pesa (4000 Beschäftigte/Jahresumsatz 500 Millionen Euro), unterstreicht das: „Wir werden nicht mit dem Eisenbahnbundesamt diskutieren, sondern die Anweisungen befolgen.“

Die Auseinandersetzungen großer Konzerne mit der Behörde - der Name Siemens fällt nicht - rührten daher, weil die Konzerne glaubten, ihre Fachleute hätten Recht: „Unsere Stärke ist die Flexibilität in der Anpassung.“ Nicht nur im Zulassungsverfahren. Auch beim Bau. Jeder Wunsch, von der Toilette bis zum Behindertenknopf, wird erfüllt. Darauf verweist Marketing-Chefin Monika Pohorecka. Auch sie ist zuversichtlich: „Es sind nicht die ersten Fahrzeuge für Deutschland. Es sollte keine Schwierigkeiten geben.“ Daran glaubt DB-Mann Künzel auch: „Es ist ein Versuch. Ich bin optimistisch.“

 
 

EURE FAVORITEN