Neue Regeln für Handgepäck – Ryanair rudert etwas zurück

Das Handgepäck ist immer wieder ein Streitpunkt. 
Das Handgepäck ist immer wieder ein Streitpunkt. 
Foto: Jens Kalaene / dpa
Im August hatte Billigflieger Ryanair seine Regeln für Handgepäck verschärft. Nach Kritik rückt die Airline davon ab – ein bisschen.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat die rückwirkende Geltung ihrer verschärften Gepäckregeln teilweise wieder aufgehoben. Das teilte die Billig-Airline am Donnerstag mit.

Demnach dürfen Passagiere, die vor dem 31. August im Normaltarif Flüge in dem Glauben gebucht haben, ein zweites Stück Handgepäck mitnehmen zu können, nun stattdessen kostenlos ein Gepäckstück aufgeben. Betroffen davon sind nach Angaben von Ryanair etwa zwei Millionen Passagiere.

Künftig nur noch kleine Taschen als Handgepäck

Ryanair hatte Ende August mit der Mitteilung Aufsehen erregt, dass Passagiere mit Normaltarif künftig nur noch kleine Taschen gratis als Handgepäck mitnehmen dürfen.

Ein zweites Gepäckstück, beispielsweise einen Rollkoffer, dürfen nur noch „Priority“-Kunden kostenlos mitnehmen. Die Regelung gelte für alle vom 1. September an gebuchten Flüge, spätestens aber zum 1. November, egal, wann die Tickets gekauft wurden.

Kritik von Verbraucherschützern wirkt

Verbraucherschützer hatten kritisiert, die Regelung dürfe nicht rückwirkend angewendet werden. Wer Tickets gekauft habe, müsse sich darauf verlassen können, dass die Bedingungen gleich blieben. Dieser Kritik scheint sich Ryanair nun zu beugen.

Profitieren sollen davon auch rund 50.000 Kunden, die sich nach Einführung der verschärften Regeln einen „Priority“-Status für ihr bereits gekauftes Ticket dazugebucht hatten; sie bekommen den Aufpreis erstattet.

Nach etlichen Streiks von Piloten und Flugbegleitern steht die Billigairline unter Druck. Denn die Streikwelle traf Ryanair mitten in der Urlaubszeit. Besonders der Piloten-Streik, der der größte in der Airline-Geschichte war, sorgte für viele Schlagzeilen und maximalen Schaden. Die umstrittenen Arbeitsbedingungen wurden öffentlich thematisiert, der Imageschaden war groß.

Doch das Problem betrifft nicht nur das Unternehmen selbst: Warum wir als Passagiere am Ryanair-Streik Mitschuld tragen. (dpa/nqq)

 
 

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