Mit dem Bahn-Angebot ist die Streikdrohung nicht vom Tisch

An Rhein und Ruhr.  Kurz vor Ablauf eines Ultimatums der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat die Deutsche Bahn im Tarifstreit ein neues Angebot vorgelegt. Darin ist eine zusätzliche Absicherung von Lokführern vorgesehen, die wegen eines traumatischen Erlebnisses im Job ihren Beruf nicht mehr ausüben können, wie die Bahn gestern in Berlin mitteilte. Den Betroffenen solle ihr bisheriges Einkommen für die gesamte Zeit ihrer weiteren Tätigkeit bei der Bahn garantiert werden.

Das Angebot sieht auch vor, dass die betroffenen Lokführer einen zumutbaren anderen Arbeitsplatz im Konzern ablehnen und stattdessen eine Abfindung verlangen können. Diese soll der Zahlung von 80 Prozent des bisherigen Nettogehalts über drei Jahre entsprechen.

Die Bahn geht damit nicht auf die Forderung der GDL ein, für alle Lokführer eine Versicherung für den Fall abzuschließen, dass die Angestellten ihre Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Eine Versicherung sei in der geforderten Form auf dem Markt gar nicht zu haben, erklärte die Bahn.

„Taktische Manöver“

DB Personalvorstand Ulrich Weber monierte taktische Manöver der GDL: „Einen solchen Mitarbeiterschutz gibt es nirgendwo auf der Welt. Es gibt keinen Grund für Streiks.“ Die GDL hatte dem Konzern eine Frist bis Mittwoch gesetzt, um ein Angebot zu präsentieren. Andernfalls könnten Streiks organisiert werden, drohte die Gewerkschaft. Die Bahn forderte die GDL auf, noch in diesem Monat Verhandlungen aufzunehmen.

Die GDL bestätigte den Eingang des Angebots. „Wir werden es detailliert prüfen und uns dann äußern“, hieß es in einer ersten Reaktion.