Mehr Informationen für Allergiker in Restaurants und Bäckereien

Auch Bäcker müssen künftig gut sichtbar über Inhaltsstoffe in Broten informieren.
Auch Bäcker müssen künftig gut sichtbar über Inhaltsstoffe in Broten informieren.
Foto: Peter Endig
Wie bei verpackten Nahrungsmitteln soll künftig auch an Verkaufsständen mit losen Lebensmitteln und in Restaurants über allergieauslösende Inhaltsstoffe informiert werden. "Ich will mehr Klarheit und mehr Sicherheit für die Verbraucher", sagte Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU).

Essen.. Die rund sechs Millionen Verbraucher, die Laktose, Gluten und andere Allergene in Nahrungsmitteln nicht vertragen, können sich auf mehr und bessere Informationen einstellen. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) kündigte in einem Interview an, dass künftig auch Restaurants und Verkaufstheken über Inhaltsstoffe informieren müssen.

Auf verpackten Produkten ist schon seit geraumer Zeit nachzulesen, ob sie etwa Milchzucker, Nüsse, Sellerie oder Soja enthalten, auf die Konsumenten allergisch reagieren können. Nun will der Ernährungsminister auch die Gastronomie und Verkäufer von loser Ware wie Bäcker und Metzger in die Pflicht nehmen. „Ich will mehr Klarheit und mehr Sicherheit für die Verbraucher“, sagte Schmidt der Saarbrücker Zeitung. Deshalb werde es „bald an Lebensmitteltheken und in der Gastronomie verlässliche, schriftliche Informationen über Allergene geben, die in Lebensmitteln enthalten sind“.

Hinweise "gut sicht- und lesbar"

Manche Händler listen bereits freiwillig auf ihren Preisschildern in der Auslage die wichtigsten Allergene auf. Auch auf einigen Speisekarten gibt es Fußnoten, die über enthaltene Risikobestandteile informieren. Das soll nun zur Pflicht werden. Und zwar „gut sicht- und lesbar“.

Eine entsprechende Verordnung durchlaufe gerade die beteiligten Bundesministerien, erklärt Schmidt. Damit setzt die Bundesregierung eine Vorgabe der Europäischen Union um, die Ende des Jahres in Kraft treten soll.

Sechs Millionen Betroffene

Der Ernährungsminister sagt den betroffenen Betrieben „praktikable und unbürokratische“ Regeln zu. Nur in Ausnahmefällen soll danach eine mündliche Auskunft des Personals zulässig sein. Darauf sind Menschen, die unter Lebensmittel-Unverträglichkeiten leiden, bislang in den meisten Fällen angewiesen. Sie müssen bei Nachfragen aber häufig feststellen, dass Verkäufer und Kellner die nötigen Informationen nicht parat haben.

Die Zahl der Menschen mit Unverträglichkeiten und Lebensmittelallergien hat sich in den vergangenen zehn Jahren nach Einschätzung des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) auf rund sechs Millionen Betroffene verdoppelt. Zu den häufigsten Intoleranzen zählen Laktose, Fruktose, Gluten und Histamin.

 

EURE FAVORITEN