Lidl: Zu wenige Verkäufer – Discounter trifft überraschende Entscheidung

Discounter Lidl hat zu wenig Auszubildende. Der Konzern will die Stellen nun mit einer ganz besonderen Aktion attraktiver machen. (Symbolbild)
Discounter Lidl hat zu wenig Auszubildende. Der Konzern will die Stellen nun mit einer ganz besonderen Aktion attraktiver machen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Future Image

Der deutsche Arbeitsmarkt gab in den letzten Monaten ein eher ernüchterndes Bild her: Stellenstreichungen bei Banken und Autozulieferern und mehr Kurzarbeit in der Industrie. Doch eine Branche sucht händeringend nach Nachwuchs.

Die Rede ist vom Einzelhandel. Mit immerhin rund 3,1 Millionen Arbeitnehmern eines der meist besetzten Arbeitsfelder in Deutschland. Aldi, Lidl und Co. suchen daher dringend nach neuen Azubis.

Nachwuchs im bei Aldi, Lidl und Co. gesucht: Qualifiziertes Fachpersonal zu finden ist schwer

Eine Studie des EHI Retail Institutes hat der „Wirtschaftswoche“ zufolge herausgefunden, dass es derzeit etwa 50.000 offene Stellen in dem Bereich gibt. Mit einer Onlinebefragung und Experteninterviews hat das EHI außerdem versucht zu ermitteln, wie die Personalsituation derzeit aussieht.

46 Prozent der Personalverantwortlichen gaben dabei an, dass es schwer sei, 42 Prozent, dass es sogar sehr schwer sei, Fachpersonal für die Filialen zu finden.

Lidl lockt mit attraktiver Vergütung

Lidl will daher möglichst attraktiv für qualifiziertes Personal sein. Deshalb will der Discounter seinen Auszubildenden ab 2020 ein Gehalt von 1000 Euro pro Monat zahlen.

Damit erhöht Lidl das Gehalt seiner Auszubildenden bereits zum zweiten Mal in kurzer Zeit um eine ordentliche Summe. 2017 lag das Auszubildendengehalt noch bei rund 100 Euro weniger. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt die Vergütung auf 1100, im dritten auf 1250 Euro. Die Änderung tritt für alle Handelsunternehmen der Schwarz-Gruppe in Kraft - auch bei Kaufland.

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„Azubis von heute sind die Fach- und Führungskräfte von morgen“

Mit dem Schritt will sich Lidl nicht nur in der aktuellen Lage beim Ausbildungskräftemangel absichern. „Wir glauben fest daran, dass wir durch faire Bezahlung die besseren Mitarbeiter bekommen. Und die Azubis von heute sind die Fach- und Führungskräfte von morgen“, so Jens Urich, Personalchef bei Lidl in der „Welt am Sonntag“.

Profitieren von der Erhöhung sollen rund 3.500 Azubis sowie dual Studierende bei Lidl.

Doch auch Konkurrent Aldi sucht Nachwuchs. Das Unternehmen sei „stets auf der Suche“ nach neuen Mitarbeitern, wie bei der „Wirtschaftswoche“ zu lesen ist.

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Auch Aldi sucht in allen Bereichen

Der Discounter und Konkurrent aus Essen sucht dabei in allen Bereichen: Ob als Nachwuchsführungskraft im Managementbereich, als Filialleiter oder Mitarbeiter in einem bestimmten Fachbereich.

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Dabei sollte es eigentlich nicht an Bewerbungen mangeln. Der EHI-Studie zufolge kommen auf eine offene Stelle durchschnittlich 19 Bewerbungen. Wird die Stelle nicht vergeben, liegt dies laut den Verantwortlichen vor allem an einer zu geringen Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber.

Arbeitszeiten und Image machen die Stellen möglicherweise unattraktiv

Andere Gründe für nicht vergebene Stellen sind demnach die Arbeitszeiten, die Vergütung und das Image des Einzelhandels.

Doch das Image sollte nicht abschrecken. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, wurden zwischen Oktober 2018 und August 2019 rund 36.000 Ausbildungsstellen für künftige Kaufleute im Einzelhandel und etwa 21.600 Stellen für Verkäufer angeboten.

Nachwuchskräfte könnten schnell in Führungspositionen gelangen

Außerdem sollten mögliche Interessierte daran denken, dass in der Zukunft Führungspositionen schnell nachbesetzt werden müssen. Eine gute Nachricht für Nachwuchskräfte.

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Auch ist es unwahrscheinlich, dass im großen Stil Stellen gestrichen werden. Ein Blick auf die vergangenen Monate lässt für die Zukunft das Gegenteil vermuten: Die Beschäftigtenzahlen werden vermutlich weiter steigen. (db)

 
 

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