Kreislaufwirtschaft über Emissionshandel regeln

Kreislaufwirtschaft geht uns alle an – im Rahmen von Abfallvermeidung, Mülltrennung, Ressourcenschutz und nachhaltigem Konsumentenverhalten haben wir in unserem ganz normalen Alltag mehr oder weniger damit zu tun.

BVSE Interview mit Burkhard Landers Präsident des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) über die Zukunft der Kreislaufwirtschaft.

„Wir werden es noch erleben, dass Firmen ihre Produkte wie zum Beispiel Handys zurücknehmen, weil die Rohstoffe knapp sind und gebraucht werden“, sagt er; und dies gelte nicht nur für die auch in Handys vorkommenden sogenannten Seltenen Erden – diese Stoffe, die gar nicht so selten sind, im Moment aber fast nur in China abgebaut werden, sind übrigens auch keine Erden, sondern Metalle. Aus „purer Not“, so Burkhard Landers, werden die Unternehmen handeln und die Rohstoffe wieder in den Produktionskreislauf einspeisen. Zudem müsse man viel stärker nachdenken, wie man volkswirtschaftlich mit dem Thema Recycling umgehe. Von der Wegwerf-Gesellschaft werde man sich zwangsläufig immer weiter entfernen. Der bvse-Präsident blickt nach vorne: „Wir müssen auch berücksichtigen, dass viele Schwellenländer gerade erst dabei sind, ihre Volkswirtschaften aufzubauen.“ Der Bedarf an Rohstoffen werde also weiter steigen. Also, so Burkhard Landers, müsse man eine ganz andere Frage stellen: „Wie können wir in Deutschland und Europa unseren Werteverzehr reduzieren, um anderen Ländern den Aufstieg zu ermöglichen?“ Eine Idee hat er auch schon: Der Emmissionshandel könne der Hebel sein, der letztendlich auch die Senkung des Rohstoffverbrauchs sowie den Einsatz von immer mehr Sekundärrohstoffen möglich mache. Wie soll das funktionieren? Zunächst zum Emisssionshandel, den das Umweltbundesamt erklärt: „Das Emissionshandelssystem ist ein ökonomisches Instrument, mit dem der Ausstoß des Klimagases CO2 kosteneffizient reduziert werden kann. Die Emission einer Tonne CO2 erhält durch dieses System einen Wert, den der Markt bestimmt. Der Emissionshandel schafft somit Anreize für Investitionen in CO2-sparende Technologien und für die Nutzung kohlenstoffarmer Brennstoffe.“ Der Markt soll danach die Akzente setzen.

Bürger verstärkt einbinden

„Mehr Bürokratie ist dann nicht nötig“, meint Burkhard Landers, dem noch etwas ganz anderes wichtig ist. „Wir müssen in der Kreislaufwirtschaft stärker die Bürger mitnehmen“, fordert er. Es gäbe immer noch zu viel Unsicherheit und Unkenntnis, auch in der Mülltrennung. Die Steingut-Flasche einer bekannten Wacholder-Spirituose lande noch viel zu oft in der Altglastonne. „Die gehört aber in die Restmülltonne. Dort wird sie aber nicht recycelt, dazu müsste sie in den Bauschuttcontainer gegeben werden“, erklärt Burkhard Landers. Auch andere Produkte würden nicht korrekt entsorgt. Die Einführung der Wertstofftonne sei überfällig. Darüber hinaus plädiert der bvse-Präsident für mehr Produkthaftung. Für Verbraucher hat er auch einen Tipp: „Produkte mit viel zu viel Verpackung kann man auch einfach im Regal stehen lassen – auch dies kann der Markt regeln.“

 
 

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