Kraft und Gabriel stärken Siemens in Mülheim den Rücken

SPD-Chef Sigmar Gabriel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) suchten den Schulterschluss mit der Belegschaft des Mülheimer Siemens-Werks.
SPD-Chef Sigmar Gabriel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) suchten den Schulterschluss mit der Belegschaft des Mülheimer Siemens-Werks.
Foto: dpa
Ministerpräsidentin Kraft und Vizekanzler Gabriel besuchten die 4800 Kraftwerksbauer im Mülheimer Siemens-Werk. Sie sind besonders stark von der Energiewende betroffen.

Mülheim.. In Mülheim geht seit geraumer Zeit die Befürchtung um, dass das Dampfturbinen- und Generatorenwerk von Siemens zu den Verlierern der Energiewende zählen könnte. Umso bemerkenswerter ist es, dass Vizekanzler Sigmar Gabriel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (beide SPD) den 4800 verunsicherten Beschäftigten am Mittwochabend einen Besuch abstatteten.

Der Markt für neue Kohle- und Gaskraftwerke ist in Europa und speziell in Deutschland eingebrochen. Das trifft insbesondere das Mülheimer Siemens-Werk, das große Dampfturbinen und Generatoren baut. Der Konzern stellt seine Energieerzeugungssparte auf den Prüfstand. Ergebnisse sollen im Mai vorliegen. Der Abbau von 199 Arbeitsplätzen ist beschlossen. Rund 150 sollen in der Verwaltung hinzukommen. Die Verlagerung von 100 Jobs wurde verschoben. Betriebsratschef Pietro Bazzoli befürchtet, dass der Energiewende weitere Stellen zum Opfer fallen können, sollten Teile der Produktion ins Ausland verlagert werden.

Schulterschluss mit der Belegschaft

Siemens-Vorstandsmitglied Roland Busch unterstrich deshalb am Mittwoch, dass in Mülheim auch „High-Tech-Produkte für eine umweltschonende Stromerzeugung“ entwickelt und gefertigt werden. „Auch hier in Deutschland eignen sich hocheffiziente und flexible Kraftwerke, um eine wirtschaftliche Grundlastversorgung zu gewährleisten.“

Die von Unternehmen immer wieder eingeforderte Planungssicherheit durch die deutsche Energiepolitik konnte Bundeswirtschaftsminister Gabriel in Mülheim nicht versprechen. Er suchte aber den Schulterschluss mit der Siemens-Belegschaft: „Klar ist, dass wir diese modernen und effizienten Technologien für die weltweite Energieversorgung und für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende benötigen.“

Neuer Chef der Energiesparte

Wie stark Siemens die Neuausrichtung der Energiesparte bewegt, zeigt auch eine Personalie. Gestern teilte der Konzern mit, dass die Division einen Chef bekommt: Willi Meixner, bislang bei Siemens für das Öl- und Gasgeschäft zuständig, werde zum 15. März die Nachfolge von Roland Fischer antreten, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen habe. Nach einem Medienbericht soll Fischer nicht mit seiner Vorgesetzten, Siemens-Vorstand Lisa Davis, zurecht gekommen sein. Davis führt die Geschäfte für das bedeutendste Siemens-Geschäft von Texas aus. Dass die Amerikanerin nun mit Meixner ein Eigengewächs zum Divisionschef gemacht hat, begrüßt Betriebsratschef Bazzoli: „Ich freue mich, dass es eine Führungskraft aus dem Hause ist. Wir werden Herrn Meixner aber an seinen Taten messen.“

 
 

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