Kraft sieht keine Landeshürden für Wohnungsbau

Düsseldorf..  NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sieht keine landesplanerischen Hürden für die Kommunen, um neue Baugebiete für zusätzlichen Wohnraum auszuweisen. Das betonte sie am Dienstagabend beim traditionellen Herbstempfang der landesweit größten Handwerkskammer Düsseldorf. Ziel sei der Bau von 120 000 Wohnungen. Der umstrittene Landesentwicklungsplan, der zurzeit von SPD und Grünen im Landtag beraten wird, lasse den Gemeinden ausdrücklich die Möglichkeit, „bedarfsgerecht“ Siedlungsgebiete zu bauen.

Bei einer deutlich veränderten Bevölkerungsentwicklung müsse vor Ort flexibel reagiert werden. Im Ruhrgebiet müsse zudem der Neubau in direkter Nachbarschaft von Industriegebieten europarechtlich erleichtert und die Nutzung von Brachen verbessert werden, so Kraft.

Handwerkspräsident Andreas Ehlert hatte gefordert, im Zuge der Flüchtlingskrise die Flächenverbrauchsziele des Landes zu kippen. Rot-Grün will bis 2020 den täglichen Flächenverbrauch in NRW von zehn auf fünf Hektar halbieren.

Kraft rechnet noch monatelang mit anhaltend hohen Flüchtlingszahlen. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass es keine Entlastung gibt bis Mitte nächsten Jahres“, sagte sie. Bislang könne sie „am Horizont nicht erkennen, dass es weniger werden“, so die Regierungschefin. In der vergangenen Woche erst habe NRW ein „Allzeit-Hoch“ an neuen Asylbewerbern registriert.

 
 

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