„Kraft muss für Südwestfalen mehr kämpfen“

Düsseldorf..  Der CDU-Wirtschaftsflügel hat NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) aufgefordert, sich stärker bei der Bundesregierung für den Industriestandort Südwestfalen einzusetzen. Südwestfalen sei die bundesweit drittstärkste Industrieregion sei, sagte NRW-Mittelstandschef Hendrik Wüst der WESTFALENPOST . Trotzdem sei die Region bei der Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für fünf neue Kompetenzzentren 4.0 in NRW nicht berücksichtigt worden. Den Zuschlag erhielten Aachen, Dortmund, Lemgo, Bielefeld und Paderborn.

Wüst forderte, dass Kraft deutlich mehr tun müsse, um die Digitalisierung der Wirtschaft zu fördern. So müssten Software-Experten mit Mittelständlern zusammengeführt werden, um bisherige Geschäftsmodelle zu sichern. „Wir haben etwas zu verlieren, wenn sich Firmen wie Google in unsere Wertschöpfungsketten einschleichen“, warnte Wüst. Auch müssten Ausbildungsinhalte schneller an die zunehmend vernetzte Produktion angepasst werden.

Wüst kritisiert Landesregierung

CDU-Mittelstandschef Wüst präsentierte eine neue Forsa-Studie, wonach 54 Prozent der befragten NRW-Bürger der Meinung sind, dass sich Rot-Grün nicht genug um die Wirtschaft kümmert. Sogar 76 Prozent der Arbeiter glauben, dass die Politik die schnelle Entwicklung nicht versteht. Wüst warf der Landesregierung vor, die Herausforderungen der Industrie 4.0 zu vernachlässigen. So würden in NRW bis 2020 lediglich 40 Millionen Euro der insgesamt 2,4 Milliarden Euro EU- und Landesmittel für die Wirtschaftsförderung in digitale Projekte fließen.

Der CDU-Wirtschaftsflügel kritisierte die schlechte Infrastruktur und die im Bundesvergleich geringe Investitionsquote in NRW.

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