Knauf-Familie erwirbt 49 Prozent von Severin

Sundern/Dortmund..  Die Unternehmerfamilien Knauf aus Dortmund sind neuer Teilhaber der Severin Elektrogeräte GmbH in Sundern. Rudolf Schulte, geschäftsführender Gesellschafter von Severin, bestätigte die Beteiligung gestern auf Nachfrage dieser Zeitung ebenso wie ein Vertreter der „SeBe“-Holding – eine Beteiligungsgesellschaft, in der die neuen Anteilseigner ihre Aktivitäten gebündelt haben. „SeBe“ dürfte dabei wohl für Severin-Beteiligungsgesellschaft stehen; der Holding gehören jetzt 49 Prozent von Severin.

Er habe schon seit längerem genau so einen Partner gesucht: „Es gab vorher viele Gespräche und ein gegenseitiges Kennenlernen, bis der Vertrag unterzeichnungsreif war“, erklärte Rudolf Schulte. Wichtig sei ihm gewesen, eine Familie, die unternehmerisch tätig sei, an seiner Elektrogeräte-Firma zu beteiligen – und eben nicht einen Finanzinvestor als Beteiligungsgesellschaft.

Die Bedingung der Familie Knauf sei gewesen, dass er weiter die Geschicke des Unternehmens in Sundern leite: „Darüber habe ich mich sehr gefreut“, berichtet Schulte gestern unserer Zeitung. Er hoffe, dass man im Jahr 2017 ein „schönes 125-jähriges Firmenjubiläum“ feiern könne.

„Die Unternehmensführung liegt weiter bei der Familie Schulte“, erklärte auch der „SeBe“ -Vertreter, der von einer „langfristig angelegten Beteiligung“ sprach. Geplant sei, „die Marke Severin auszubauen und zu fördern“. Etwa „über die Neuentwicklungen von Produkten“, aber auch im Vertrieb über ein „Shop-in-Shop-System“.

Fünfte Generation

Die Familien Schulte und Knauf kannten sich offenbar über geschäftliche Kontakte. Die Finanzspritze der Knaufs geht nach Informationen dieser Zeitung über die Erhöhung des Eigenkapitals hinaus.

Vor zwei Wochen hatte Severin mitgeteilt, dass die Weichen für die Zukunft des Unternehmens und den Einstieg der fünften Generation – mit Schultes Sohn Sven – gestellt seien: Mit der „Übernahme einer Minderheitsbeteiligung“ durch ein Familienunternehmen wolle man die Eigenkapitalbasis der Gruppe deutlich und nachhaltig stärken. „Mit der auf eine langjährige Zusammenarbeit ausgelegten Partnerschaft erhöhen wir die Innovationskraft des Unternehmens“, erklärte Rudolf Schulte. „Wir sind damit in der glücklichen Situation, auf Basis der jüngsten Erfolgsmeldungen die Marktposition in Deutschland international weiter ausbauen zu können.“

So wurden die Sauerländer im vergangenen Jahr mit dem „Top 100“-Award als eines der innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstandes ausgezeichnet. „Dass diese Auszeichnung für uns Bestätigung und Ansporn zugleich ist, haben wir durch unsere diesjährigen interessanten Neugeräte bereits wieder unter Beweis gestellt“, urteilt Schulte. Die Küchenmaschine „James“, mit der Severin dem Thermomix aus dem Hause Vorwerk Konkurrenz macht, nannte der „SeBe“-Vertreter als Beispiel für die Entwicklung weiterer Produktneuheiten.

Das Unternehmen Severin wurde 1892 von dem gelernten Schmied Anton Severin gegründet. Er produzierte zunächst in Sundern Werkzeuge, Schnitte und Stanzen für die aufstrebende Metallindustrie in dem kleinen Städtchen im Hochsauerlandkreis. Seit 70 Jahren werden in Sundern Elektrokleingeräte gefertigt, inzwischen aber auch im chinesischen Shenzhen.

 
 

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