Klimastadt Bottrop macht Eindruck in Brüssel

Mehr als der Umbau eines Stadtteils: Bottrop soll Klimastadt der Zukunft werden. Foto: Birgit Schweizer
Mehr als der Umbau eines Stadtteils: Bottrop soll Klimastadt der Zukunft werden. Foto: Birgit Schweizer
Foto: WAZ FotoPool
Die Europäische Union sieht erstklassige Chancen für eine Unterstützung von InnovationCity Ruhr, dem Leuchtturm-Projekt für Energie-Effizienz und Klimaschutz im Ruhrgebiet. EU-Regional-Kommissar Johannes Hahn lobte das „Vorzeige-Modell mit Beispiel-Wirkung nicht nur in Deutschland“.

Brüssel.  Die EU sieht erstklassige Chancen für eine Unterstützung von InnovationCity Ruhr, dem Leuchtturm-Projekt für Energie-Effizienz und Klimaschutz im Ruhrgebiet. EU-Regional-Kommissar Johannes Hahn zeigte sich nach einem Treffen mit Bodo Hombach, dem Moderator des Initiativkreises Ruhr (IR), und InnovationCity-Chefmanager Burkhard Drescher beeindruckt vom Fortgang des Projekts: „ein Vorzeige-Modell mit Beispiel-Wirkung nicht nur in Deutschland!”

InnovationCity, gestartet vom IR und getragen von namhaften Firmen, Hochschulen und politischen Körperschaften aus der Region, soll Bottrop zur „Klimastadt der Zukunft” entwickeln helfen. Ziel ist es vorzuführen, wie Strukturwandel und Klimaschutz verknüpft werden können: Bis 2020 soll in einem Pilotgebiet die Kohlendioxid-Belastung um die Hälfte gesenkt werden. Das reiche über Konzepte zur Umwandlung alter Stadt-Quartiere an anderer Stelle in Europa weit hinaus, so Hahn.

Die Initiatoren hoffen auf finanzielle Förderung aus Brüssel, unter anderem aus den Töpfen für die Strukturpolitik, die der Österreicher Hahn verwaltet. Die benötigten Investitionen summieren sich nach einer Modellrechnung auf rund 2,8 Milliarden Euro. Der Löwenanteil entfällt auf die energetische Gebäudesanierung. In diesem Zusammenhang reichte die Delegation aus dem Revier in Brüssel auch einen Antrag auf Anerkennung Bottrops als „Smart City” und die damit verbundene Unterstützung ein. Dafür ist Energie-Kommissar Oettinger zuständig.

Das Vorzeigeprojekt umfasst etwa 100 Einzelprojekte, unter anderem in den Bereichen Forschung, alternative Energie-Erzeugung oder Elektromobilität. Als besonderes Plus werten Deutschland und die EU das starke Engagement der Wirtschaft. „Mehr als die Hälfte sind reine Industrieprojekte und kommen ohne öffentliche Förderung aus”, erklärte Drescher. Hombach verwies darauf, dass Bottrop dank der Unterstützung durch den Privatsektor den für öffentliche Hilfen nötigen Eigenanteil stemmen könne.

InnovationCity Ruhr entspricht den Vorschlägen der EU-Zentrale, die Regionalförderung künftig auf die europäische Wachstumsstrategie 2020 auszurichten. „Das Inhaltliche passt 1 zu 1”, sagte Hahn. Die Förderung von Projekten kommt aber nicht direkt aus Brüssel, sondern über die Ebenen NRW oder Bund.

 
 

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