Kleinunternehmer strengt Kartellverfahren gegen Samsung an

Originale Ersatzteile für Smartphones sind für freie Reparatur-Werkstätten oft extrem teuer.
Originale Ersatzteile für Smartphones sind für freie Reparatur-Werkstätten oft extrem teuer.
Foto: dpa Picture-Alliance / Franziska Gabbert / picture alliance / dpa Themendie
  • Freie Werkstätten zahlen für Elektronik-Originalteile oft viel mehr als autorisierte Vertragspartner
  • Ein Kleinunternehmer aus Schwaben sieht darin einen Fall fürs Kartellamt
  • Er strengt ein Verfahren gegen Samsung an

Berlin.  Erstmals hat ein kleiner deutscher Reparaturbetrieb ein Kartellverfahren gegen den südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung angestrengt. Ein Verfahren gegen den US-Technologiekonzern Apple wird vorbereitet, wie Unternehmer Detlef Vagerow unserer Redaktion sagte.

Das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Reutlingen sieht sich bei der Belieferung mit Originalteilen etwa für Smartphones und Fernseher benachteiligt. Samsung liefert den Klageunterlagen zufolge ausschließlich an autorisierte Vertragspartner. Freie Werkstätten sind auf einen Zwischenhändler angewiesen, der zum Teil mehr als doppelt so hohe Preise für Originalteile verlangt, wie Samsung.

So muss das unabhängige Reparaturunternehmen etwa für ein Panel für einen Fernseher 396,30 Euro bezahlen, während Samsung dem Vertragspartner 196,30 Euro berechnet. „Die diskriminierende Ersatzteilpolitik der Hersteller hat zum Aussterben der Reparaturkultur in Deutschland geführt“, sagt Vagerow.

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