Kaum Bedenken gegen Kraftwerksprojekt

Sundern..  In einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung der Kommunalräte der Nachbargemeinden Sundern und Finnentrop im Ski- und Urlaubsort Wildewiese stellten gestern Abend Vertreter der Stromerzeuger Mark-E/Hagen und Grünwerke/ Düsseldorf die Pläne für ein Pumpspeicherkraftwerk vor. Etliche interessierte Bürger waren gekommen.

Die Unternehmen wollen 500 Millionen Euro investieren, um ein Pumpspeicherkraftwerk mit einer Leistung von 338 Megawatt zu bauen. Dessen Oberbecken mit einem Stauvolumen von 3,23 Millionen m³ Wasser bei 30 Meter Beckentiefe soll in 638 Metern Höhe auf dem Sorpeberg bei Wildewiese auf dem Gebiet der Stadt Sundern entstehen. Das Unterbecken mit nahezu identischem Volumen soll 260 Meter tiefer im Ermecketal bei dem Ort Glinge, der zur Gemeinde Finnentrop gehört, angelegt werden. Das Tal soll mit einem 75 Meter hohen und 544 Meter langen Damm abgesperrt werden, von dem keine Gefahr ausgehe.

Das eigentliche Kraftwerk soll unterirdisch angelegt, der dort produzierte Strom über Erdkabel abtransportiert werden. Wenn alles optimal läuft, könnte das Kraftwerk nach einer knapp zehnjährigen Planungs- und Bauphase bereits 2022 in Betrieb gehen, so Ralf Zischke, Geschäftsführer der Grünwerke. Eine endgültige Entscheidung über den Bau des Kraftwerks wird wahrscheinlich erst 2016 fallen.

Während der Bauphase würde es im Bereich des Unterbeckens zu erheblichem Baustellenverkehr kommen. Der soll nicht durch das enge Glingetal, sondern über eine neue Trasse zur B 236 geleitet werden.

Von den Ratsmitgliedern wurden viele Fragen gestellt, aber keine grundsätzlichen Bedenken geäußert. Die Bürgermeister Lins (Sundern) und Heß (Finnentrop) kündigten an, man werde die Bevölkerung zeitnah unterrichten und die Pläne „vorurteilsfrei prüfen“.

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