Kartellamt lehnt Maximalgebühr von fünf Euro ab

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Bonn. Das Kartellamt will niedrigere Gebühren an Geldautomaten durchsetzen. Deshalb lehnt die Wettbewerbsbehörde den Vorschlag einer Maximalgebühr von fünf Euro ab. Selbst diese Summe sei noch zu hoch, heißt es.

Das Bundeskartellamt will niedrigere Gebühren für das Abheben an fremden Geldautomaten durchsetzen. Die Behörde habe daher den Vorschlag der deutschen Bankenverbände abgelehnt, die Kosten auf maximal fünf Euro zu begrenzen, sagte Kartellamtssprecher Kay Weidner der Nachrichtenagentur DAPD am Mittwoch in Bonn. „Der Betrag ist einfach zu hoch.“ Er bestätigte damit einen Bericht der „Financial Times Deutschland“.

Die Bonner Wettbewerbshüter befürchten den Angaben zufolge, dass sich die vom Bankenverband vorgeschlagene Höchstgrenze de facto wie ein Festbetrag auswirken werde. Es gebe kaum Anreize für Automatenbetreiber, unter diesem Preis zu bleiben.

Im Durchschnitt müssten fremde Kunden 5,64 Euro zahlen

Banken und Sparkassen streiten seit Monaten über die Senkung der Gebühren am Geldautomaten. Das Problem: Kunden, die Geld an fremden Automaten abheben, werden häufig kräftig zur Kasse gebeten. So verlangen einzelne Banken bis zu zehn Euro fürs Fremdabheben.

Im Durchschnitt müssten fremde Kunden 5,64 Euro zahlen, berichtete die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf die Frankfurter Finanzberatung FMH. Die Kosten für die Bank pro Transaktion bezifferten Experten hingegen auf gerade einmal 63 Cent, hieß es.

Mit der Ablehnung des Vorschlags der Bankenverbände geht der Konflikt um Gebühren an Geldautomaten in eine neue Runde. Die Einführung des neuen Kostenmodells dürfte damit noch länger auf sich warten lassen. (apn)

 
 

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