Jeder dritte Handy-Nutzer spürt „Phantom“-Anrufe

Foto: dapd/Timur Emek/ddp

Essen. Fast jeder dritte Handy-Besitzer spürt „Phantom“-Anrufe, hat eine Umfrage ergeben: Weil so viele Menschen glauben, ständig erreichbar sein zu müssen, denken sie irrtümlich, ihr Handy habe geklingelt.

Ständig erreichbar zu sein, gilt mittlerweile als normal. Fast jeder dritte Handybesitzer findet es merkwürdig, wenn er einen Tag lang keine Anrufe und Kurznachrichten bekommt – oder wenn es deutlich weniger sind als üblich. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbandes Bitkom. Funkstille wird demnach als eigenartig wahrgenommen.

Fast jeder dritte Handybesitzer hat manchmal das Gefühl, dass sein Handy klingelt oder vibriert, obwohl er weder einen Anruf noch eine SMS erhalten hat. 18 Millionen Deutschen ab 14 Jahren sei das Phänomen bekannt, das Bitkom „Phantom-Anruf“ nennt. Das Institut Aris hatte im Auftrag des Verbandes rund 1000 Menschen in Deutschland ab 14 Jahren befragt.

83 Prozent der Deutschen ab 14 besitzen Handys

„Der Irrglaube, ständig erreichbar sein zu müssen, ist ein weit verbreitetes Problem“, sagt Dirk Windemuth, der Leiter des Instituts für Arbeit und Gesundheit (IAG) in Dresden. Dass jeder dritte Handybesitzer „Phantom-Anrufe“ spüre, stimme ihn nachdenklich. Windemuth empfiehlt, das Handy in bestimmten Situationen bewusst auszuschalten. „Bei einem Diensthandy sollte dies allerdings mit Vorgesetzen oder Kollegen abgesprochen werden.“

Inzwischen besitzen 83 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren ein Handy, das sind 58 Millionen Menschen. Die Grenzen zwischen Job und Privatleben verschwimmen zunehmend. Laut einer Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) sind bereits 84 Prozent der Berufstätigen auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit über Handy, Mail und Festnetztelefon für Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte erreichbar.

 
 

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