Auch die Ryanair-Piloten sollen ab Freitag streiken

In diesen Fällen haben Fluggäste das Recht auf Entschädigung

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Ryanair-Passagiere müssen sich ab Freitag auf Flugausfälle einstellen. Auch die Pilotengewerkschaft kündigte Streiks an.

Frankfurt/Dublin.  Zum Beginn der Herbstferien in einigen Bundesländern müssen sich Ryanair-Passagiere auf erneute Streiks einstellen. Neben dem Bodenpersonal, das von der Gewerkschaft Verdi vertreten wird, kündigte am Donnerstag auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) Streiks an. Bodenpersonal und Piloten fordern mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen, wie etwa planbare Einsatzzeiten.

Ryanair hat wegen angekündigter Streiks für Freitag europaweit bereits 150 Flüge abgesagt, darunter nach Informationen aus Luftfahrtkreisen bereits auch einige Flüge in Berlin-Schönefeld. Durch die Streik-Beteiligung der Piloten, sollen weitere 35 bis 45 Flüge von und nach Deutschland ausfallen, erklärte Marketing-Chef Kenny Jacobs am Donnerstag in Dublin. Das wären nur rund 10 Prozent des geplanten Programms.

Der Streik führt auch in Nordrhein-Westfalen zu Flugausfällen. Neun von 17 Verbindungen an diesem Tag seien storniert worden, teilte der Flughafen Weeze auf Anfrage mit. Betroffen seien Maschinen von und nach Spanien (Girona, Alicante, Palma de Mallorca), Portugal (Faro), Marokko (Rabat), Italien (Bari, Bergamo und Ancona).

Weitere Stornierungen möglich

Auch am Düsseldorfer Flughafen sind die Folgen spürbar: Zwei Verbindungen mit Palma de Mallorca – also zwei Hin- und zwei Rückflüge – seien gestrichen worden, sagte ein Sprecher des Flughafens Düsseldorf. Diese Maschinen sind von Ryanair, die Verbindungen wiederum von Laudamotion – die Wiener Firma hat Flugzeuge der Iren geleast.

Weitere Stornierungen sind möglich: Reisende werden gebeten, sich vor Abflug online über den Stand der Dinge zu informieren. Ryanair sieht sich seit Jahresbeginn wiederholten und teils koordinierten Arbeitsniederlegungen von Piloten und Flugbegleitern in mehreren europäischen Ländern ausgesetzt. Das Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach jeweiligem nationalem Recht erreichen.

Betroffene Reisende wurden bereits informiert

Die VC gab bekannt, dass der Streik von Freitag 03:01 Uhr bis Samstag 02:59 Uhr andauern werde. So sollen alle Flüge betroffen sein, die in diesem Zeitraum starten sollten. Den Streik begründete die Pilotengewerkschaft mit der nach wie vor schlechten Arbeitnehmersituation und beklagt sich, dass seit dem letzten Arbeitskampf am 12. September kein verbessertes Angebot gemacht worden sei. Zudem sei bislang keine Schlichtungsvereinbarung zwischen Ryanair und der Vereinigung Cockpit erzielt worden.

Verdi will am Donnerstag bekanntgaben, ob sich auch die in Deutschland Beschäftigten am Streik beteiligen werden, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Mira Neumaier.

Vor der endgültigen Entscheidung will sich Verdi noch mit ihren Mitgliedern beraten.Von Ryanair gebe es „massive Einschüchterungen“ der Betroffenen, zum Beispiel die Drohung, Mitarbeiter in andere europäische Länder zu versetzen.

Die betroffenen Fluggäste seien bereits informiert worden. Abgesehen von den 150 bestreikten Flügen sollen alle weiteren stattfinden. Eine genaue Streichliste veröffentlichte Ryanair erneut nicht. Wie viele Flüge von und nach Deutschland unter den Absagen sind, konnte daher zunächst nicht genau gesagt werden.

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Kapazitäten im Winter und im Sommer 2019 zurückfahren

Ryanair-Manager Jacobs kritisierte die Arbeitskampfmaßnahmen und nahm Bezug auf die vergangenen Streiks:

„Diese wiederholten unnötigen Streiks schaden Ryanairs Geschäft und dem Vertrauen unserer Kunden zu einer Zeit, in der die Ölpreis stark steigen – wenn sie weitergehen, müssen wir uns unweigerlich unser Kapazitätswachstum im Winter und im Sommer 2019 wieder ansehen.“

Das jüngste Entgeltangebot, das binnen vier Jahren drei Erhöhungen des Monatslohns um je 40 bis 60 Euro vorsieht, wollte Verdi nicht annehmen. Das Angebot entspreche in etwa einem Inflationsausgleich, hatte Verhandlungsführerin Mira Neumaier erklärt. Man strebe aber eine spürbare Annäherung an das Gehaltsniveau vergleichbarer Billig-Fluggesellschaften an.

Einigung auf einen Tarifvertrag in Italien

In Italien hat es der Billigairline zufolge derweil eine Einigung auf einen Tarifvertrag mit drei Gewerkschaften für das Kabinenpersonal gegeben. Der Vertrag nach italienischen Rechtsvorschriften gelte ab dem 1. Oktober, laufe drei Jahre und sehe unter anderem höhere Löhne vor, berichtete die Fluggesellschaft.

Mindestens eine Kabinengewerkschaft und eine Pilotenvereinigung unterstützen aber den geplanten Streik.

Mitte September hatten sich die drei italienischen Gewerkschaften FIT CISL, ANPAC und ANPAV mit Ryanair auf wesentliche Punkte des Vertrages geeinigt. Von den Gewerkschaften gab es zunächst kein Statement. Italien gehört zu Ryanairs größten Märkten in Europa.

Ryanair sieht sich seit Monaten wiederholter und teils koordinierter Streiks sowohl der Piloten als auch der Flugbegleiter in verschiedenen europäischen Ländern ausgesetzt. Das Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen. (dpa/rtr/fkm)

 
 

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