"Ihr Platz" soll separat von Schlecker verkauft werden

Der Insolvenzverwalter will laut Medienberichten die offenbar besser gestellte Tochterfirma unabhängig vom insolventen Mutterkonzern loswerden. Bisher hatte er das abgelehnt. Auch potenzielle Käufer seien schon kontaktiert werden.

Essen. Die Insolvenzverwalter der Drogeriemarktkette Schlecker bereiten nach Informationen der "Financial Times Deutschland" einen möglichen separaten Verkauf der Tochterfirma Ihr Platz vor. Die Unternehmensberatung Roland Berger sei beauftragt worden, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Es seien bereits potenzielle Käufer kontaktiert worden.

Die Schlecker-Insolvenzverwaltung will sich dem Bericht zufolge für den Fall rüsten, dass der Verkauf der gesamten Schlecker-Gruppe nicht oder nur zu schlechten Konditionen gelingt. Bislang hatte Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz betont, lieber die gesamte Gruppe einschließlich Ihr Platz verkaufen zu wollen, als diese in Einzelteile zu zerschlagen. Ihr Platz gilt laut "FTD" als besser aufgestellt als der Rest der Schlecker-Gruppe. Deshalb seien die jüngsten Kürzungen bei Ihr Platz glimpflicher ausgefallen als im Gesamtkonzern.

Schlecker hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet. Die Drogeriemarktkette schloss daraufhin Ende März mehr als 2000 Filialen. Rund 10.000 Mitarbeiter verloren ihren Job, nachdem die Gründung einer Transfergesellschaft scheiterte. Die Kette "Ihr Platz" zählt etwa 630 Filialen und 5800 Mitarbeiter, hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.