IHK Niederrhein setzt bei Verkehrsprojekten auf Merkel

Die Bahnlinie zwischen Emmerich und Oberhausen (Betuwe) soll durch ein drittes Gleis ergänzt werden.
Die Bahnlinie zwischen Emmerich und Oberhausen (Betuwe) soll durch ein drittes Gleis ergänzt werden.
Foto: Bodo Kürbs/WAZ FotoPool
Vor den Deutsch-niederländischen Regierungsgesprächen am Donnerstag nach Pfingsten in Kleve hofft die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer auf Berliner Rückenwind für wichtige Verkehrsprojekte wie die Betuwe-Linie oder den Eisernen Rhein

Duisburg. Wenn die Bundeskanzlerin am Donnerstag nach Pfingsten nach Kleve kommt, um sich dort mit Vertretern der niederländischen Regierung zu treffen, dann hat sie auch eine Reihe von Bitten der Wirtschaft im Gepäck. Das erläuterte am Dienstag der Präsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer, Burkhard Landers, bei der Vorlage des Jahresberichts der Kammer in Duisburg.

Vor allem die Verkehrsinfrastruktur liegt der Kammer am Herzen. Und so hat sie nun auch Angela Merkel (CDU) gebeten, sich für eine zügige Realisierung des dritten Bahngleises zwischen Emmerich und Oberhausen (Betuwe-Linie) stark zu machen. „Wir bitten die Bundeskanzlerin sich dafür einzusetzen, die Finanzierungsvereinbarung zügig zu unterzeichnen“, sagte Landers. Und ausreichend Mittel für das Bahnprojekt müsse natürlich auch bereitgestellt werden.

Region benötigt Planungssicherheit

Man wisse um den angespannten Etat des Bundesverkehrsministeriums – „aber unsere Region und ihre Wirtschaft benötigen dringend Planungssicherheit“, betonte Landers. Immerhin: Die Idee der Kammer, während der Bauphase einen Runden Tisch einzurichten, an dem Sperrzeiten und Verzögerungen für die auf die Bahnstrecke angewiesene Logistikbranche diskutiert werden, fand laut Landers bereits den Zuspruch aller Beteiligten – nur der Baubeginn selbst ist bislang nicht absehbar.

Gleiches gilt für den „Eisernen Rhein“, die Bahnstrecke, die Duisburg mit dem Seehafen Antwerpen verbinden soll. Auch hier hofft die IHK darauf, dass Angela Merkel die Trasse entlang der A52 zum Thema der Gespräche mit den Niederlanden macht – die Politik dort dürfte indes wenig Interesse an einer Alternativ-Trasse zur Betuwe haben, die Rhein/Ruhr statt mit Rotterdam mit der belgischen Konkurrenz Antwerpen verbindet.

Ein Jahr nach dem Start der aktuellen NRW-Landesregierung gab sich Landers nicht unzufrieden: „Das Angebot der Wirtschaft zum Dialog ist aufgenommen – allein die Ergebnisse lassen zu wünschen übrig.“ Zum Beispiel angesichts des schlechten Zustands der Straßen und Brücken. „Unternehmer reagieren völlig verständnislos, wenn im verkehrsreichsten Bundesland deshalb Autobahnen gesperrt werden“, so Landers. „Wir begrüßen, dass das Landes-Verkehrsministerium das Problem erkannt hat“ – man könne nur noch keine Verbesserungen erkennen.

 
 

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