Hannelore Kraft warnt Opel bei Geheimtreffen vor voreiligen Entscheidungen

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft macht sich für einen Erhalt des Bochumer Opel-Werks stark. Am Mittwoch hat sie sich mit GM-Vertretern getroffen.
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft macht sich für einen Erhalt des Bochumer Opel-Werks stark. Am Mittwoch hat sie sich mit GM-Vertretern getroffen.
Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
Im Ringen um die Opel-Standorte in Deutschland hat es am Mittwoch ein erstes Geheimtreffen zwischen Vertretern von General Motors (GM) und den Ministerpräsidenten der vier deutschen Bundesländer mit Opel-Werken gegeben. Hannelore Kraft und ihre Kollegen warnten GM vor voreiligen Entscheidungen.

Essen.. Die Wochen der Entscheidung für die Opel-Werke in Deutschland haben am Mittwoch mit hochrangig besetzten geheimen Gesprächsrunden begonnen. Nach Informationen der WAZ Mediengruppe ist am Mittwoch der Vizechef von General Motors (GM) und Opel-Aufsichtsratsvorsitzender Stephen Girsky zu einem vertraulichen Treffen mit den Ministerpräsidenten der vier Länder mit Opel-Standorten zusammengekommen. Das ist das erste Treffen seit Aufkeimen der Spekulationen über mögliche Werksschließungen ab 2015. GM-Sprecher Greg Martin bestätigte ein Treffen Girskys mit Hannelore Kraft.

Kraft und ihre Kollegen warnten General Motors (GM) und seine deutsche Tochter nach dem Treffen vor voreiligen Weichenstellungen für den Autobauer. An Opel und GM sei die Bitte herangetragen worden, "keine finalen Entscheidungen zu treffen, bevor nicht alle Möglichkeiten einer Wachstumsstrategie geprüft wurden mit dem Ziel, alle Standorte zu erhalten", sagte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD).

Vor allem das Bochumer Zafira-Werk ist bedroht

Zuvor hatte sie mit GM-Vizepräsident Stephen Girsky und Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke sowie mit den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Thüringen und Hessen - Kurt Beck (SPD) Christine Lieberknecht und Volker Bouffier (beide CDU) - über die angespannte Situation bei Opel diskutiert. "Alle Beteiligten waren sich einig, gemeinsam konstruktiv an einer positiven Zukunft von Opel zu arbeiten", sagte Kraft und kündigte weitere Gespräche an.

Nach dem Beschluss zur Verlagerung der Rüsselsheimer Astra-Produktion nach England und Polen ist insbesondere das Bochumer Zafira-Werk bedroht: im Falle einer Verlagerung des Zafira nach Rüsselsheim. Neben dem hochrangig besetzten Treffen kamen auch die Wirtschaftsminister der Opel-Länder Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz und Thüringen mit Konzernbetriebsratschef Schäfer-Klug zusammen. Inhalte waren nicht zu erfahren. Die Zeit für eine Einflussnahme drängt: Die Opel-Muttergesellschaft GM will bis 12. Juni über einen Gesamtplan für ihre Tochter entscheiden. (mit dapd)

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