Handwerk bietet immer mehr zukunftssichere Ausbildungsberufe

Modellbauer ist ein noch junger Beruf, bei dem gerade die ersten Auszubildenden ihre Lehre abschließen. Hier ist ein technischer Modellbauer bei der Arbeit.
Modellbauer ist ein noch junger Beruf, bei dem gerade die ersten Auszubildenden ihre Lehre abschließen. Hier ist ein technischer Modellbauer bei der Arbeit.
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Es muss nicht immer Abitur sein: Der Nachwuchsmangel im Handwerk erleichtert den Berufseinstieg und -aufstieg. Neue Ausbildungsberufe wie der noch junge Modellbauer sind weitestgehend zukunftssicher.

Berlin. Vielen Eltern gilt das Abitur als wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben. Dabei gibt es auch ohne ein Studium gute Chancen auf eine Karriere und ein ausgezeichnetes Einkommen. Das alte Sprichwort vom Handwerk mit goldenem Boden lebt zum Beispiel weiter. Spannende Tätigkeiten gibt es dort allemal, wie das Beispiel des Technischen Modellbauers zeigt. Auch klassische Gewerke wie der Elektro­installateur bieten gute Chancen. Denn das ist der Mangelberuf Nummer eins in Deutschland.

Wenn Architekten Stadtviertel planen, ein Autokonzern ein neues Modell entwickelt oder die Hausgerätefirma einen neuen Fön auf den Markt bringen will, sind Modellbauer von Anfang an dabei. Denn bevor eine Serienproduktion beginnt oder aus einer Bauplanung Wirklichkeit wird, schauen Entwickler und Designer auf ein dem späteren Original maßgetreu angefertigtes Modell.

Fachkräfte für Modellbau werden händeringend gesucht

Bis ins kleinste Detail werden zum Beispiel die Teile neuer Fahrzeugbaureihen als Unikate hergestellt. „Alles was sie auf der Welt anfassen können, wird zunächst als Modell hergestellt“, sagt Peter Gärtner, der Sprecher des Bundesverbands Modell- und Formbau.

Die Aufgabe erfordert Kenntnisse im Umgang mit modernen Maschinen wie 3-D-Druckern und viel handwerkliches Fingerspitzengefühl. In diesem kleinen Bereich des Handwerks haben die Auszubildenden dafür eine sichere berufliche Zukunft in Aussicht. „Das ist eine Jobgarantie“, verspricht Gärtner. Fachkräfte würden händeringend gesucht. Nur 500 Modellbauer werden derzeit bundesweit ausgebildet. Im Moment schließt der erste Jahrgang des noch jungen Berufs die Lehre ab.

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Bewerber müssen die Fachoberschulreife mitbringen, also wenigstens die Realschule absolviert haben. Darüber hinaus sollten sie mathematisch-technisches Verständnis mitbringen und über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen verfügen. Es gibt mit dem Gießereimodellbau, Automobil & Produktion und dem Ausstellungsmodellbau drei Fachrichtungen. Gelernt wird im Betrieb, der Berufsschule und der Bundesfachschule Modell- und Formenbau. Das Einstiegsgehalt liegt bei rund 2100 Euro. Durch Weiterbildung und Erfahrung kann das Gehalt aber deutlich verbessert werden.

Späteres Studium möglich

Aufstiegschancen sind auch gegeben. Über die Weiterbildung zum Meister kann beispielsweise auch noch ein späteres Studium möglich werden. Viele der mittelständischen Arbeitgeber suchen noch Nachfolger. Die Betriebserben müssen nicht zwangsläufig aus der eigenen Familie kommen.

Goldenen Boden hat auf absehbare Zeit mit dem Elektroinstallateur ein weiterer Handwerksberuf. Auf der Liste der zehn meistgesuchten Fachkräfte steht diese Qualifikation ganz oben. Auf zwei freie Stellen kommt noch nicht einmal ein Bewerber. Elektroinstallateure sorgen für funktionierende elektrische Netze und Anlagen. Das Einsatzgebiet ist fast überall zu finden, von den privaten Haushalten über die Telekommunikation, der Steuerung elektronischer Anlagen bis hin zur Betreuung der Elektrik in Immobilien.

Während der dreijährigen Ausbildung erfolgt eine Spezialisierung, zum Beispiel zum Elektroniker Betriebstechnik oder dem Elektroniker Automatisierungstechnik. Berufsanfänger können mit gut 2200 Euro brutto Monatsverdienst rechnen. Die Höhe des Lohns ist aber je nach Region sehr unterschiedlich.

 
 

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