Geteiltes Echo auf das neue Müllkonzept

Siegen/Iserlohn/Soest..  Die Einführung von Entsorgungsregionen bei der Abfallwirtschaft wird von Kreis zu Kreis in Südwestfalen unterschiedlich bewertet – weil, regional unterschiedlich, Vor- wie Nachteile befürchtet werden.

Die Müllverbrennungsanlage in Iserlohn kann wohl damit rechnen, dass sie mehr zu tun bekommt: „Die Chancen auf eine bessere Auslastung dürften sich erhöhen“, sagt zumindest Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper. Der Märkische Kreis ist, über eine Tochtergesellschaft, Haupteigner der Anlage mit drei Kessellinien in Iserlohn.

Wenig Änderungen im Kreis Soest

Aus Sicht des Kreises Siegen-Wittgenstein bringt die Festlegung der Entsorgungsregionen Einschränkungen mit sich. Bisher ist der Abfall aus dem Landkreis im Südosten von NRW „nach Hagen oder Herten“ gebracht worden, sagt Kreissprecher Thorsten Manges. „Wir könnten aber auch andere Anlagen ansteuern lassen, etwa in Wuppertal, Köln oder Iserlohn.“

Sowohl Herten (künftig EKO-City) als auch Wuppertal (auch EKO-City) und Köln (Region 2) fallen nach den Plänen des Landes als Optionen weg. Deshalb hatte der Kreis Siegen-Wittgenstein in seiner Stellungnahme zum Abfallwirtschaftsplan auch für „Umgreif-Regelungen“ geworben, damit die Optionen erhalten bleiben – durchaus mit Blick sogar über die Landesgrenze hinaus.

Für die Städte und Gemeinden im Kreis Soest ändert sich am wenigsten: „Für uns ist die Verbrennungsanlage in Hamm zuständig und das wird absehbar auch so bleiben“, sagt Kreissprecher Müschenborn. Eine Besonderheit im Kreis Soest bleibt ebenfalls unangetastet: „Brennbare Anteile“, die in der Brennstoffgewinnungsanlage in Erwitte aus dem Siedlungsabfall aussortiert werden, dürfen weiterhin als Zusatzbrennstoffe in den Öfen eines Zementwerks verbrannt werden.

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