Gesucht wird der beste Kollege in NRW

In der Krise, so loben auch die Arbeitgeber, haben Betriebsräte und Gewerkschaften kräftig mitgeholfen, Massenentlassungen in Deutschland zu verhindern. Doch mit dem Aufschwung ist ihre Arbeit keinesfalls getan.

Essen.. In der Krise, so loben auch die Arbeitgeber, haben Betriebsräte und Gewerkschaften kräftig mitgeholfen, Massenentlassungen in Deutschland zu verhindern. Doch mit dem Aufschwung ist ihre Arbeit keinesfalls getan.

In den Betrieben wird nach wie vor hart gerungen um anständige Arbeitsbedingungen, um eine bessere Bezahlung oder den Verzicht auf Leiharbeiter, um Gleichstellung von Kolleginnen und Kollegen. Auch um mehr Weiterbildung etwa für ältere Mitarbeiter oder Migranten.

Die Konfliktpunkte haben in den Betrieben eine riesige Bandbreite. Müssen die Be­schäftigten in dem einen Betrieb, vor allem im Handel, darum kämpfen, überhaupt einen Betriebsrat gründen zu dürfen, sind Mitarbeiter in Betrieben mit intakter Mitbestimmung immer häufiger als Ratgeber der Geschäftsführung gefragt. Sie entwickeln neue Produkte mit, verbessern Produktionsabläufe und versuchen so, ihren Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass er Produktionsteile nicht auslagert oder ausgelagerte Teile wieder zurückholt.

Zum zweiten Mal suchen nun der DGB und die Volkshochschulen in NRW Arbeitnehmer, die sich vorbildlich für ihre Kollegen eingesetzt haben. Das können einzelne Beschäftigte sein, aber auch Teams, ganze Betriebsräte oder etwa Schwerbehinderten-, Jugend- und Ausbildungsvertretungen. Schirmherr des Preises ist NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD), die WR ist Medienpartner. In der Jury sitzen unter anderem Franz Josef Düwell, Vorsitzender Richter am Bundesarbeitsgericht und WR-Chefredakteur Malte Hinz.

DGB und VHS betreiben die Weiterbildungseinrichtung „Arbeit und Leben“. Bei der ersten Verleihung des Preises „Demokratie im Betrieb“ gewann 2009 Sascha Hartmann. Er hatte die Übernahme von Azubis beim Essener Werkzeugmacher Copco Construction Tools durch Aktionen durchgesetzt.

Bewerber können sich selbst vorschlagen, aber auch von Kollegen oder der Ge­schäftsführung vorgeschlagen werden. Ausdrücklich nicht möglich sind Bewerbungen, die sich auf laufende Arbeitskämpfe beziehen. Vorschläge können bis zum 15. Juni unter dem Stichwort „Preis Demokratie im Betrieb 2011“ eingereicht werden an: Arbeit und Leben DGB/VHS NW, Mintropstraße 20, 40215 Düsseldorf. Infos gibt es im Internet: www.aulnrw.de. Die Preisverleihung findet am 23. November im Rahmen des Arbeitsrechtstags in Essen statt.

 
 

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