Gerry Weber stellt Insolvenzantrag - 580 Mitarbeiter der Modekette betroffen

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  • Gerry Weber kämpft seit längerem mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen
  • Schlechte Nachrichten hatten sich gehäuft
  • Jetzt gab es einen neuen dramatischen Schritt

Halle. Der Modehersteller Gerry Weber steckt schon seit längerem in einer Krise.

Jetzt hat das Unternehmen einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Ziel sei es, das Unternehmen zu sanieren, teilte Gerry Weber am Freitag mit.

Betroffen soll ausschließlich die Muttergesellschaft Gerry Weber International mit rund 580 Mitarbeitern sein. Für die Tochtergesellschaften wie Hallhuber seien keine Anträge gestellt worden.

Gerry Weber: Insolvenzantrag

Der Geschäftsbetrieb soll nach Unternehmensangaben in vollem Umfang weitergeführt werden. Die Finanzierung des Modeanbieters sei nach derzeitigem Stand bis ins Jahr 2020 gesichert, hieß es. Ausgelöst worden sei der Antrag durch das Scheitern der Gespräche mit den Finanzierungspartnern über die weitere Finanzierung des Konzerns.

Gerry Weber mit den Kernmarken Gerry Weber, Hallhuber, Samoon und Taifun kämpft seit längerem mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Bereits in den vergangenen Monaten hatten sich die schlechten Nachrichten aus dem westfälischen Unternehmen gehäuft. Zuletzt hatte das Unternehmen Mitte Januar seine Gewinnprognose nach unten korrigieren müssen. Dadurch stieg der erwartete Vorsteuerverlust für das Geschäftsjahr 2017/18 auf über 192 Millionen Euro. Grund waren unter anderem Probleme bei der bislang als Hoffnungsträger geltenden Tochter Hallhuber.

Schwaches Digitalgeschäft bei Gerry Weber

Der Modehändler kämpft dabei an vielen Fronten - unter anderem mit einem schwachen Digitalgeschäft, einer schlechten Positionierung der Marken sowie starker Konkurrenz durch andere Unternehmen wie H&M und der Inditex-Tochter Zara. Gleichzeitig hatte sich das Unternehmen mit der Eröffnung zahlreich Filialen übernommen.

Gerry Weber ist das Nachfolgeunternehmen der Hatex KG, die 1973 von Gerhard Weber und Udo Hardieck in Halle gegründet wurde.

Das Unternehmen produzierte zunächst vornehmlich Damenhosen. Gerry Weber entwickelte sich in den 1980ern zur Kultmarke: Tennisikone Steffi Graf war Werbebotschafterin von Gerry Weber. (pen/dpa)

 
 

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