Düsseldorf

Geiz ist geil? Von wegen! Junge Leute haben immer mehr Bock auf Marken – Aldi & Co. reagieren

Aldi und Lidl: Diese vier Dinge muss man über die Discounter wissen

Aldi und Lidl: Die Discounter bieten jetzt Fleischprodukte mit Tierwohl-Labels – und drei weitere Fakten zeigt dieses Video.

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  • Immer mehr junge Leute haben Lust auf Marken statt auf billige Produkte
  • Die Händler – von Mode bis Lebensmittel – müssen sich deshalb Gedanken machen
  • Mit diesen Tricks soll’s funktionieren

Düsseldorf.  Lange Zeit war nicht nur für einen Elektrofachmarkt, sondern auch für die meisten anderen Händler in Deutschland der Spruch „Geiz ist geil“ die Richtlinie ihrer Verkaufsstrategie. Immer mehr junge Leute scheinen sich aber nicht mehr in erster Linie für billige Produkte zu interessieren, sie interessieren sich mehr für Markenartikel.

Vor allem preisaggressive Handelsketten wie Aldi, Deichmann oder C&A stehen deshalb unter Druck – und ergänzen ihr Angebot an günstigen Eigenmarken mit den Produkten von Markenherstellern.

Ein Trend, der für den Vertrieb von Schuhen und Mode genauso gilt wie für Lebensmittel.

Konkurrenz durch Textildiscounter

Der Modehandel bekommt vor allem die wachsende Konkurrenz durch Textildiscounter wie Primark aber auch die Moderiesen H&M, Zara und den Online-Händler Zalando zu spüren. Ein Traditionsunternehmen wie C&A muss sich deshalb um Kunden abseits der Stammkundschaft bemühen.

Der neue Chef von C&A, Alain Caparros, sagte kürzlich dem Fachblatt „Textilwirtschaft“, er wolle das Angebot des zuletzt schwächelnden Billiganbieters künftig „oben mit einigen Fremdmarken abrunden, die man bei C&A bisher nicht erwartet“. Bisher sei der Modehändler nicht modisch, nicht modern genug.

Mehr Marken für mehr Kunden

Deshalb wolle er gezielt bekannte Labels ins Angebot integrieren. Noch in diesem Sommer sollen deshalb die ersten Markenprodukte in den C&A-Regalen auftauchen. Welche Marken, darüber schweigt sich das Unternehmen allerdings noch aus.

Das ist die Billigmodekette Primark

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Welche Labels auch am Ende in C&As Sortiment landen, für Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU eine folgerichtige Strategie: „Gerade im Fashion-Bereich spielen starke Marken eine große Rolle. Man kauft Mode ja nicht nur, um sich vor Kälte zu schützen, sondern auch um sich wohl zu fühlen und um andere damit zu beeindrucken“, betont er.

Vorbild sind Lebensmittelhändler

Alain Casparros war bis vor kurzem Chef von Rewe und ist deshalb sicher aus dem Lebensmittelbereich mit der Idee vertraut. Schon vor längerer Zeit hat der Discounter Aldi denselben Trick angewendet, als die Geschäfte vor einigen Jahren schlechter liefen.

Von den Pampers-windeln bis zum Nutella-Brotaufstrich – heute finden sich bei Aldi Nord rund 130, bei Aldi Süd sogar 150 Markenartikel im Sortiment. Nach Investitionen und Modernisierung freut sich der Discounter inzwischen wieder über ein kräftiges Wachstum.

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Vor allem junge Leute setzen auf Marken

Die Zielgruppe, die es mit dieser Strategieänderung vor allem zu erobern gilt heißt: die Jugend. „Gerade junge Leute wollen starke Marken. Die Eigenmarken der Händler alleine reichen ihnen nicht“, betont Fassnacht. Und sie seien eine wichtige Zielgruppe. Denn sie gäben über die Jahre hinweg mehr Geld aus als die ältere Generation.

Aber auch sonst: Der Marktforscher GfK beobachtet schon seit einiger Zeit infolge der guten Konjunktur einen Trend zum höherwertigen Konsum. Gut die Hälfte aller Konsumenten (53 Prozent) achtet demnach beim Einkaufen inzwischen vor allem auf Qualität, nur noch 47 Prozent sind vornehmlich preisorientiert.

Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2009 war das Verhältnis noch genau umgekehrt. (dpa)

 
 

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