Gefährliche Kleinstpartikel in Kleidung und Cremes

Frankfurt/Main. Das Umweltbundesamt weist in einer Studie auf die Risiken von Produkten hin, die mit Nanotechnologie hergestellt werden. Dazu zählen etwa Nahrungsmittel, Kleidungsstücke und Kosmetika. Die Behörde fordert die Politik auf, rechtliche Vorkehrungen zum Schutz der Verbraucher zu treffen.

Das Umweltbundesamt (UBA) warnt in einer neuen Studie vor Gesundheitsgefahren, die aus dem industriellen Einsatz von Nanotechnologie entstehen könnten. Betroffen sind unter anderem Nahrungsmittel, Kleidungsstücke und Kosmetika. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" empfiehlt die Behörde, Produkte mit den winzigen Partikeln so lange zu vermeiden, wie ihre Wirkungen in der Umwelt und auf die menschliche Gesundheit noch weitgehend unbekannt sind. Manche Partikel, die mit bloßem Auge nicht sichtbar seien, könnten bis tief in die Lunge vordringen und dort Entzündungen auslösen, heißt es. In Tierversuchen seien die Teilchen bis in den Kern von Körperzellen gewandert und hätten dort die Erbinformation DNA geschädigt. Zudem wird über Hinweise berichtet, dass Nanoröhrchen aus Kohlenstoff bei Tieren ähnliche Erkrankungen wie Asbestfasern auslösen.

Zudem fordert das UBA die Politik auf, rechtliche Rahmenbedingungen für den sicheren Umgang mit Nanomaterialien zu schaffen. Sie fordert eine Kennzeichnungspflicht und ein Melderegister für Produkte mit Nanopartikeln. Davon wären dem Bericht zufolge mehr als 800 Unternehmen in Deutschland betroffen. Die Nanotechnologie wird unter anderem eingesetzt, um in Textilien das Wachstum von Bakterien zu hemmen und damit üblen Geruch zu verhindern, auf Schokoriegeln die Bildung eines Grauschleiers zu unterdrücken oder in Sonnencremes UV-Strahlen abzuhalten. "Nanotechnik gewinnt bei der Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen zunehmend an Bedeutung", erklärt die Behörde. Auf den Markt komme eine rasch wachsende Zahl von Produkten, die sich "vermutlich positiv auf Umwelt und Wirtschaft auswirken", heißt es. Mögliche gesundheitliche Risiken für den Menschen seien allerdings noch unzureichend erforscht. Dennoch würden Nanopartikel mit der zunehmenden Anwendung vermehrt in Boden, Wasser und Luft verbreitet. (ap)

 
 

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