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Fusionierte Wohnungsgesellschaft Vivawest geht an den Start

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Foto: WAZ
Bei einer als große Show inszenierten Betriebsversammlung im Landschaftspark Duisburg Nord gaben die Eigentümer die neue Marke Vivawest offiziell bekannt. Die Zusammenführung der beiden großen Wohnungsgesellschaften im Ruhrgebiet, Evonik Wohnen und THS, soll am ersten Januar an den Start gehen.

Duisburg. 

Die Zusammenführung der beiden großen Wohnungsgesellschaften im Ruhrgebiet, Evonik Wohnen und THS, kommt in großen Schritten voran. Am 1. Januar, nach Freigabe der Fusion durch die Kartellbehörden der Europäischen Union, geht der drittgrößte deutsche Anbieter unter einer neuen Dachmarke an den Start.

Bei einer Betriebsversammlung im Landschaftspark Duisburg Nord – inszeniert als große Show – gaben die Eigentümer die neue Marke offiziell bekannt. Nach und nach drückten Betriebsräte, Vertreter der Eigentümer sowie die Mitglieder der Geschäftsführung auf rote Knöpfe. Begleitet von dramatischer Musik setzte sich auf zwei Leinwänden im sogenannten Kraftzentrum des Landschaftsparks der neue Name zusammen: Vivawest wird er heißen, der Wohnungsriese mit seinen fünf Dienstleistungsgesellschaften, seinen 1800 Mitarbeitern, 130 000 Wohnungen und etwa 300 000 Mietern in 79 NRW-Städten. Hauptsitz des Unternehmens mit einem Jahresumsatz von 800 Millionen Euro ist der Nordsternpark in Gelsenkirchen.

Drittgrößtes Immobilienunternehmen Deutschlands

Zu den bisherigen Gesellschaftern Evonik Industries und IG BCE werden sich in Zukunft die Evonik Pensionstreuhand und die RAG-Stiftung hinzugesellen. Vom Jahr 2013 an will sich Evonik Industries dann von den verbliebenen Anteilen trennen, sagte Evonik-Chef Klaus Engel, der in seiner Rede eine Bitte an die Beschäftigten äußerte: „Bauen Sie das drittgrößte Immobilienunternehmen in Deutschland als eine Gesellschaft, die ihre Größe und ihr Gewicht dazu einsetzt, Mehrwert für Mieter, Mitarbeiter und Anteilseigner zu schaffen.“ Vivawest möge zudem den Strukturwandel an Rhein und Ruhr weiter mit frischen Ideen begleiten.

Menschlichkeit, Solidarität, Heimat: Die Gastredner der durchaus pompösen Unternehmens-Hochzeit setzten gestern viel auf Gefühl. Der eine oder andere distanzierte sich dabei auch direkt oder indirekt von jener Konkurrenz, die zuletzt wegen harscher Kritik von Mietervereinigungen in die Schlagzeilen geraten waren.

Neues Unternehmen soll ein „Bekenntnis zur Region“ sein

Am deutlichsten wurde der Vorstand der Vivawest-Geschäftsführung, Robert Schmidt. Er beschrieb, dass viele der großen Wohnungsunternehmen der Region längst im Besitz von Finanzinvestoren sind. „Wir wollen hier einen anderen, einen dritten Weg gehen“, sagte Schmidt. Dieser setze auf Verantwortung für Mieter und Quartiere.

IGBCE-Chef Michael Vassiliadis nannte die Ausrufung des neuen Unternehmens gestern ein „klares Bekenntnis zur Region.“ Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) mahnte die Verantwortlichen: „Ihre Leistung wird nicht nur in Quadratmeterpreisen gemessen, sondern vor allem in Lebensfreude.“

Größte Aufgabe: energetische Sanierung

Zu den größten Aufgaben der Zukunft gehören der Geschäftsführung zufolge die energetische Gebäudesanierung und die Anpassung des Bestandes an die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft. Vivawest wolle dafür investieren.

Evonik-Chef Engel hatte für den neuen Immobilienriesen am Ende noch ein ganz besonderes Hochzeitsgeschenk dabei. „Wenn eine neue Marke gut gemacht ist, kann schnell Großes daraus werden“, sagte er. Evonik, gegründet 2007, habe damit Erfahrung. Für Vivawest also räumt Evonik Industries bei den ersten drei Heimspielen von Fußball-Meister Borussia Dortmund im Jahr 2012 das Werbefeld auf dem Trikot. Im Publikum gab es spontanen Applaus – und ein paar Pfiffe.