Flixbus will Reservierungen einführen – gegen Gebühr

Ein Fernbus des Unternehmens Flixbus.
Ein Fernbus des Unternehmens Flixbus.
Foto: Julian Stratenschulte / dpa
  • Noch gilt im Flixbus freie Platzwahl, zukünftig will das Unternehmen Reservierungen ermöglichen
  • Für die nicht verpflichtenden Reservierungen soll ein niedriger Euro-Betrag fällig werden
  • Außerdem sollen Flixbus-Kunden künftig auch zusätzliches Gepäck dazubuchen können

Berlin.  Der deutsche Fernbus-Marktführer Flixbus kopiert Bahn und Flieger: Reservierungen, Gepäckbuchungen und neue Ticket-Angebote sollen mehr Kunden in die grünen Busse locken und Einnahmequellen öffnen. „Wir wollen dem Kunden genau das geben, was er will“, sagte Geschäftsführer André Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur. „Der eine Kunde will es flexibler haben, der andere will mehr Gepäck mitnehmen, der nächste will reservieren.“

Schwämmlein versicherte: „Wir wollen Reservierungen möglich machen, nicht verpflichtend.“ Man denke an „einen niedrigen Euro-Betrag“ je Reservierung. „Das hat den schönen Nebeneffekt, dass es zusätzliches Geld bringt.“ Bisher gilt im Bus die freie Platzwahl.

Auch Zusatzgepäck soll buchbar sein

„Wir sind auch bei den Tickets noch lange nicht da wo Airlines sind“, sagte Schwämmlein. „Bei uns bekommen sie im Grunde ein Ecoflex-Ticket – alles eine Klasse und voll flexibel.“ Es gebe aber Kunden, die fünf Wochen vorher wissen, wann sie fahren und die nur das billigste Ticket wollen. „Wir brauchen auch Produkte für diese Kunden.“

Bahnkunden können neben dem Flexpreis längst Sparpreis-Angebote buchen, bei denen sie für den günstigeren Preis eine Zugbindung in Kauf nehmen und auf Umtausch und Erstattung verzichten.

Künftig soll bei Flixbus auch das Zusatzgepäck buchbar sein, damit die Menge planbar werde. Bislang haben Kunden neben dem Handgepäck zwei Gepäckstücke frei. Für weitere Koffer oder Taschen werden je fünf Euro fällig – sie können aber nur mit, wenn im Gepäckraum noch Platz ist. Flixbus will außerdem über Verspätungen besser informieren.

Flixbus sieht sich nicht als Monopolist

Gut vier Jahre nach der Liberalisierung hält Flixbus einen Anteil von 92 Prozent am deutschen Markt und macht dort Gewinn. „Das Wort Monopolist halte ich für falsch“, sagte Schwämmlein. „Das würde bedeuten, dass wir keinen Wettbewerb haben.“ Die Kunden wechselten aber je nach Preis zwischen Bus, Auto, Bahn oder Flugzeug.

„Wir haben im Prinzip seit vier Jahren dieselben Preise“, betonte Schwämmlein mit Blick auf das Preisgefüge und den Durchschnittspreis. Jedoch gelinge es Flixbus besser, die Busse besser auszulasten und so mehr Plätze zum Normalpreis als zu Sparpreisen zu verkaufen. Das Unternehmen steuert die Preise und Mengen damit ähnlich wie Fluggesellschaften. (dpa)

 
 

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