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Fastfood-Kette Subway ist hungrig auf das Ruhrgebiet

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Mülheim - Subway Foto: Lars Heidrich/Funke Foto Services
Die Beispiele der Fastfood-Ketten Burger King und McDonald’s zeigen: Die Branche ist im Umbruch. Nun will der junge Konkurrent Subway mit seinen Sandwich-Restaurants angreifen – und zwar gerade im Ruhrgebiet.

Essen. 

Die Fastfood-Branche steht derzeit unter besonderer Beobachtung: Kaum ein Tag ohne Schlagzeile von Burger King, auch McDonald’s schwächelt. Ein Gammelfleisch-Skandal in China, starke Bio-Fastfood-Konkurrenz auf dem Heimatmarkt USA – all das hinterlässt Spuren in der Bilanz. Der vergleichsweise junge Konkurrent Subway dagegen präsentiert sich selbstbewusst.

Konzerngründer Fred DeLuca präsentiert in einer Firmenbroschüre, die auch in Deutschland verteilt wird, ein breites Grinsen. Fünfzehn Jahre nach Markteintritt zähle Subway auch in Deutschland zu den führenden Fastfood-Unternehmen, verkündet DeLuca. Sein Ehrgeiz lässt sich an Zahlen ablesen. Waren es vor sieben Jahren noch rund 28.500 Filialen weltweit, sind es jetzt schon 42.800. Und der Subway-Chef ist nach wie vor hungrig.

107 Filialen an Rhein und Ruhr

Gerade im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland NRW will der Konzern expandieren. 107 Restaurants zählt die Sandwich-Firma Subway derzeit an Rhein und Ruhr. Erklärtes Ziel von Gebietsentwickler Sascha Hörig ist ein deutlicher Zuwachs in den kommenden Jahren. „Das Potenzial im gesamten Ruhrgebiet ist groß“, sagt Hörig. Gerade Städte wie Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Oberhausen hat er im Blick.

Wie bei Burger King und McDonald’s spielt auch bei Subway das Franchise-Prinzip eine entscheidende Rolle. Das Unternehmen vergibt Lizenzen an Menschen, die ihr eigenes Restaurant unter der Marke von Subway führen wollen.

Subway in den USA kennengelernt

Er selbst habe vor 13 Jahren in Wuppertal das erste Subway-Lokal in NRW eröffnet, erzählt Hörig. Bei einer USA-Reise habe er Subway kennengelernt und sich gefragt: „Warum soll das nicht auch in Deutschland klappen?“ Mittlerweile führe er 13 Restaurants mit rund 200 Beschäftigten, sagt der 40-jährige Betriebswirt, der erste Erfahrungen bei Aldi gesammelt hat, bevor er sich mit Subway für die Selbstständigkeit entschied.

Chancen für Subway wittert Hörig auch an Standorten jenseits von Bahnhöfen oder Fußgängerzonen. „Ich denke gerade an Tankstellenbetreiber“, sagt der Subway-Unternehmer. „Viele Werkstatthallen stehen leer. Das sind interessante Standorte für uns.“ Auch im Umfeld von Unternehmen mit schlecht besuchten Betriebskantinen siedelt sich Subway gerne an.

Umverteilung in der Branche

„Es findet gerade eine Umverteilung in der Branche statt – hin zu Konzepten mit gesünderem Fastfood“, bemerkt Hörig mit Blick auf die Vorgänge bei Burger King. Wenn es um Themen wie Arbeitsbedingungen und Hygiene geht, zeigt er sich demonstrativ gelassen. Ein Vorteil von Subway sei, dass jeder Kunde sehen könne, wie ein Sandwich vor seinen Augen zubereitet werde. Der Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro wirke sich kaum aus, da ohnehin schon jetzt meist ein vergleichbares Entgelt gezahlt werde.

Wer als selbstständiger Unternehmer eine Subway-Filiale eröffnen will, muss allerdings zunächst einmal Geld für die erforderlichen Investitionen mitbringen. Ideal seien zwischen 30.000 und 50.000 Euro Eigenkapital, erklärt Hörig – je nach Größe des Restaurants. Für Menschen mit Unternehmergeist, kaufmännischem Verstand und gastronomischer Erfahrung biete Subway jedenfalls große Chancen. Als Beleg führt Hörig an, dass es in seiner Region aktuell keine Filiale gebe, die zum Verkauf stehe.

Hörig lässt keinen Zweifel daran, dass Subway zu den Gewinnern der Branchenkrise zählen wird. 600 Restaurants zählt die Kette mittlerweile bundesweit – Tendenz steigend.