Facebook verliert Nutzer in Europa und baut Werbegeschäft um

So löscht man sein Facebook-Konto in 5 Schritten

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Mark Zuckerberg geht in die Offensive und kündigt einen Umbruch im Werbegeschäft von Facebook an. Die Boomzeiten sind voerst vorbei.

Menlo Park.  Jahrelang ritt Facebook auf der Erfolgswelle. Doch der jüngste Datenskandal und die Auswirkungen der EU-Datenschutzverordnung haben dem sozialen Netzwerken zugesetzt: Facebook wächst so langsam wie seit sechs Jahren nicht.

Im vergangenen Quartal sank die Zahl monatlich aktiver Mitglieder in Europa von 376 auf 375 Millionen. Schon im Vierteljahr davor hatte Facebook eine Million Nutzer in Europa eingebüßt.

Weltweit gesehen geht das Wachstum des Online-Netzwerks zwar weiter. Die Zahl monatlich aktiver Facebook-Nutzer legte binnen drei Monaten von 2,23 auf 2,27 Milliarden zu. Und auch die Werbeeinnahmen wuchsen deutlich: Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um rund ein Drittel auf 13,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn kletterte um neun Prozent auf knapp 1,34 Milliarden Dollar.

Zuckerberg bereitet auf gebremstes Wachstum vor

Doch ein genauerer Blick in die Facebook-Zahlen zeigt, dass das Wachstum vor allem aus Regionen kommt, die für das Online-Netzwerk bisher weniger lukrativ sind. In den USA und Kanada kommt Facebook nun auf 242 Millionen monatlich aktive Nutzer – eine Million mehr als vor drei Monaten.

Es ist aber der mit Abstand lukrativste Markt für das Online-Netzwerk: Hier machte Facebook im vergangenen Quartal einen Umsatz von 27,61 Dollar pro Nutzer. In Europa sind es 8,82 Dollar pro Nutzer und im weltweiten Durchschnitt 6,09 Dollar.

Facebookgründer und Chef Mark Zuckerberg bereitete Investoren in einer Telefonkonferenz auf gebremstes Wachstum in der Zukunft vor. Ein Problem: Die um über 50 Prozent gestiegenen Ausgaben in diesem Jahr. Das sei unter anderem für die Sicherheit und den Kampf gegen Hass und Hetze nötig, sagte Zuckerberg.

Unter anderem stellte Facebook mehr Mitarbeiter für seine Löschzentren ein, die verbotene Inhalte entfernen. Die Zahl der Beschäftigten stieg binnen eines Jahres um 45 Prozent auf gut 33 600. Er verliere aber das Gleichgewicht von Kosten und Einnahmen nicht aus den Augen, versicherte Zuckerberg vor Analysten.

Facebook-„Stories“ werden immer mehr genutzt

Zugleich steht auch dem Werbegeschäft von Facebook ein Umbruch bevor, der die jahrelang auf Hochtouren laufende Geldmaschine des Online-Netzwerks abbremsen wird. Die Nutzung gehe stärker vom bisherigen Newsfeed mit viel Platz für Anzeigen zum „Stories“-Format, bei dem Mitglieder Inhalte wie Fotos für einen Tag für ihre Freunde veröffentlichen, wie Zuckerberg erläuterte. Und hier kam Facebook mit der Werbung bisher nicht so gut voran und muss sich unter anderem bei den Anzeigenpreisen noch durchtasten..

Zuckerberg prognostizierte: „In nicht allzu ferner Zukunft werden die Leute mehr in Stories als in Feeds teilen.“ Deswegen muss das Geschäft umgebaut werden. „Das ist eine Reise, die Jahre und nicht Quartale dauern wird“, sagte Finanzchef Dave Wehner.

Auch ein weiteres Problem sprach Zuckerberg an. Er räumte ein, dass Facebook bei Video hinter Googles Plattform YouTube zurückliege. Das Online-Netzwerk habe aber bisher die Zeit, die Nutzer mit dem Ansehen von Videos verbringen können, bewusst reduziert. Facebook stecke in einem Dilemma: „Die Leute wollen sich Videos anschauen“, sagte Zuckerberg. Zugleich erwarteten sie von Facebook aber auch soziale Kontakte mit Freunden und Familie. Deswegen habe Facebook die Ausbreitung sogenannter „viraler“ Unterhaltungsvideos gebremst.

Den Anlegern bereiteten die Meldungen ein Wechselband der Gefühle. Erst zeigten sie sich erleichtert über die soliden Zahlen des vergangenen Quartals und ließen die Aktie nachbörslich zeitweise um rund zwei Prozent steigen. Nach Zuckerbergs Warnungen drehte der Kurs in die Verlustzone und fiel zeitweise um fast vier Prozent. Während der Facebook-Chef versprach, dass das Online-Netzwerk die Herausforderungen meistern werde, kehrte die Aktie ins Plus zurück. (dpa/rtr/jha)

 
 

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