Expansionspläne für VDM nach Abschied von Thyssen-Krupp

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger kann den Verkauf von VDM verkünden.
Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger kann den Verkauf von VDM verkünden.
Foto: Volker Hartmann
Der Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel (LGV) kauft die Thyssen-Krupp-Edelstahltochterfirma VDM und verspricht: „Alle Standorte bleiben erhalten.“

Essen.. Der vom früheren Thyssen-Chef Dieter Vogel geführte Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel (LGV) kauft die Thyssen-Krupp-Edelstahltochterfirma VDM. Das Unternehmen mit Sitz in Werdohl beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter und hat zahlreiche Standorte in NRW. „Alle Standorte bleiben erhalten“, erklärte LGV auf Anfrage dieser Zeitung. „Wir setzen auf Expansion.“

Mit dem Investor sei ein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende September 2016 vereinbart worden, so die IG Metall. Der VDM-Betriebsrat erklärte, mit dem Eigentümerwechsel gebe es nach „Jahren der Ungewissheit“ die Hoffnung, sich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren zu können.

Die NRW-Standorte von VDM befinden sich unter anderem in Unna, Siegen, Altena und Duisburg. Unweit der Essener Thyssen-Krupp-Konzernzentrale steht ein VDM-Werk für die Titan-Produktion.

Ehemaliger Thyssen-Chef Dieter Vogel führt Finanzinvestor

Thyssen-Krupp hatte VDM 2013 an den Outokumpu-Konzern verkauft, aber später wieder übernommen, als das finnische Unternehmen in die Schieflage geriet. Der Finanzinvestor LGV, der nun zum Zug kommt, war bereits in der Vergangenheit an VDM interessiert. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Dem Vernehmen nach soll er in einer Größenordnung von rund 500 Millionen Euro liegen.

Das Europageschäft von LGV führt Dieter Vogel. Das Büro des ehemaligen Thyssen-Chefs befindet sich an der Düsseldorfer Königsallee. Der milliardenschwere Finanzanleger LGV sieht sich als industriell orientierter Investor. Bei VDM wolle man „kräftig investieren“, hieß es.

Bei Thyssen-Krupp hieß es, der VDM-Verkauf unterstütze die Weiterentwicklung zu einem diversifizierten Industriekonzern. Ziel von Thyssen-Krupp-Vorstandschef Heinrich Hiesinger ist es, das Unternehmen unabhängiger vom schwankungsanfälligen Stahl- und Werkstoffgeschäft zu machen. Allerdings muss Thyssen-Krupp auch 100 Millionen Euro auf den Buchwert von VDM abschreiben.

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