Ex-Wirtschaftsministerin Zypries will Startup gründen

Brigitte Zypries (SPD), noch als Bundeswirtschaftsministerin im März 2018.
Brigitte Zypries (SPD), noch als Bundeswirtschaftsministerin im März 2018.
Foto: Lino Mirgeler / dpa
Viele Politiker wechseln nach ihrem Ausscheiden in die freie Wirtschaft. Die Ex-Wirtschaftsministerin Zypries hat auch schon eine Idee.

Berlin.  Die ehemalige Wirtschafts- und Justizministerin Brigitte Zypries kann sich vorstellen, nach dem Ausscheiden aus ihrem Ministerinnenamt ein Startup zu gründen. Eine Idee hat die 64-Jährige auch schon, wie sie in der ZDF-Sendung von Markus Lanz verriet.

Zypries´ Idee ist ein Programm mit dazugehöriger App, das es insbesondere Frauen erleichtert, sich selbst um ihre Finanzangelegenheiten zu kümmern. „Ich denke, dass Frauen und Finanzen ein Thema ist“, sagte die 64-Jährige. Viele Frauen kümmerten sich ungern um ihre Finanzen und überließen dies ihren Partnern.

Frauen und Finanzen ein Thema

Dadurch entstünden Nachteile, etwa, wenn trotz größerer Gehaltsunterschiede zwischen den Partnern ein Gemeinschaftskonto mit dem Ehepartner eröffnet wird. Zypries sagte, sie glaube, dass ein solches Angebot, das sich speziell an Frauen richte und ihnen helfe, ihre Finanzen selbst zu manage, eine echte Lücke sei. „Das muss man dann in eine schöne App gießen“, erzählte Zypries weiter.

Zypries: Deutsche Wirtschaft ist in guter Verfassung
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Einen Businessplan hat die Politikerin noch nicht ausgearbeitet – ihr offizielles Ausscheiden aus der Bundespolitik liegt auch gerade einmal zwei Wochen zurück. „Ich habe das alles noch nicht vollständig durchdacht und es wäre jetzt auch zu früh, darüber zu reden“, sagte Zypries und versprach, sich mit der ausgearbeiteten Idee noch einmal bei Lanz zu melden. Unter Gelächter des Publikums forderte sie den Moderator dazu auf, in ihre Idee zu investieren.

„Wir reden jetzt über mich“

Zu Beginn der Sendung hatte es den Anschein, als wolle der Moderator Zypries nur nach den Männern fragen, mit denen sie während ihrer 20-jährigen Karriere in der Bundespolitik zusammengearbeitet hatte: Otto Schily, Gerhard Schröder, Sigmar Gabriel.

Lanz fragte ausführlich nach den charakterlichen Macken der drei Spitzenpolitiker, bis Zypries konterte: „Wir reden jetzt nicht über Schily, sondern wir reden jetzt mal ein bisschen über mich“.

Zypries war vom 27. Januar bis 14. März 2018 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie im Kabinett unter Angela Merkel und hatte nach den erfolgreichen Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU ihren Ausstieg aus der Politik bekannt gegeben. Ihr Amt übergab sie an den CDU-Politiker Peter Altmaier. Unter Gerhard Schröder war Zypries von 2002 bis 2009 Justizministerin.

Auftanken beim Tennisspielen

Zypries sprach bei Lanz auch über ihr Ausscheiden aus der Politik. „Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die schaffen es, um halb sechs aufzustehen und noch eine dreiviertel Stunde joggen zu gehen. Ich kann das nicht.“ So sei für sie die Entscheidung gefallen, nach langen Jahren in der Politik sich wieder mehr um andere Dinge zu kümmern, etwa, „ein bisschen aufzutanken“.

Es gebe auch Menschen, denen es gelänge, das „Um-sich-selbst-Kümmern“ auch in den politischen Alltag einzubauen, sagte Zypries. „Ich bin ein Typ, der immer alles 150 Prozent macht, und dafür aber nur eins“. Zu den neuen Themen der Politikerin gehören nun regelmäßige Tennisspiele und bald vielleicht eine Finanzapp für Frauen. (aba)

 
 

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