Essen

Essener Valovis Bank stand am Abgrund

Foto: WR Dortmund/Knut Vahlensieck
Bundesverband Deutscher Banken musste einspringen, um das Geldhaus vor der Schließung zu bewahren. Das Institut gehört zu den führenden Mastercard-Herausgebern in Deutschland mit rund 800.000 im Umlauf befindlichen Kreditkarten.

Essen. Die aus der früheren KarstadtQuelle Bank hervorgegangene Valovis Bank stand offenbar am Abgrund. Da sich die Valovis Bank mit griechischen Staatsanleihen verzockt hatte, musste der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands Deutscher Banken (BdB) Ende vergangenen Jahres mit einer Garantie in Höhe von 100 Millionen Euro einspringen, um das Geldhaus vor einer Schließung zu bewahren. Ein BdB-Sprecher bestätigte auf Anfrage, dass es zu einer Rettungsaktion kam.


Wie erst jetzt bekannt wurde, wird nun ein Käufer für das Institut gesucht, das derzeit dem KarstadtQuelle-Pensionsfonds CTA gehört. Angeblich sollen die Santander Consumer Bank und die Targobank interessiert sein.


Die Valovis Bank gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Mastercard-Herausgebern in Deutschland mit rund 800.000 im Umlauf befindlichen Kreditkarten. Das Unternehmen mit Sitz in Essen und einem zweiten Standort in Neu-Isenburg beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Die Valovis Bank ist Mitglied im Einlagensicherungsfonds, der die Kundengelder im Falle einer Insolvenz schützen soll.


Ursache für die Schieflage waren offenbar Abschreibungen in Millionenhöhe. Dadurch drohte die Kernkapitalquote unter die aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen acht Prozent zu sinken. Wäre der BdB nicht aktiv geworden, hätte die Bank vermutlich von der Finanzaufsicht geschlossen worden müssen.

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