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Erste Muslima mit Kopftuch in H&M-Werbefilm sorgt für Wirbel

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Foto: H&M (Youtube-Screenshot)
In dem anderthalbminütigen Spot ist sie nur wenige Sekunden zu sehen. Doch die Muslima mit Kopftuch sorgt in einem H&M-Werbeclip für mächtig Wirbel.

Essen. 

Die schwedische Modekette H&M hat erstmals ein Model mit Kopftuch für sich werben lassen. Die Muslima Mariah Idrissi (23) ist in dem anderthalbminütigen Spot, den H&M bei Youtube veröffentlicht hat, nur wenige Sekunden zu sehen. Dennoch sorgt ihr Auftritt für mächtig Wirbel.

Die britische Zeitung Guardian nennt es ein „Fest der religiösen Freiheit„, eine muslimische Bloggerin schreibt, Idrissi habe die Menschen erweckt und dafür gesorgt, dass andere nicht mehr mit Angst oder Geringschätzung auf muslimische Frauen blickten, sondern mit einer gesunden Neugier.

Kopftuch-Foto löst Begeisterung aus

In den sozialen Netzwerk hat ihr Bild ein wahres Feuerwerk begeisterter Kommentare ausgelöst: „Wenn das mal kein Zeichen ist“, kommentierte eine Frau ein Idrissi-Foto auf Facebook, „der Oberburner und Weltausfall“, schrieb eine andere.

Die kritischen Stimmen, die man in Anbetracht des Themas geradezu erwartet, sind kaum zu finden. Ob die stets um die Leitkultur Besorgten sich einfach nicht auf die H&M-Seite verirren oder ob ein Social-Media-Manager hier gut durchgewischt hat, ist nicht festzustellen.

Die Einzigen, die die Begeisterung bremsen, sind diejenigen, die hinterfragen, warum ein Model mit Kopftuch eigentlich so viel Begeisterung auslöst. Oder, wie es ein Nutzer formuliert: „Erst wenn solch ein Bild niemanden mehr verwundert, haben wir uns als Gesellschaft wirklich weiterentwickelt und etwas erreicht“

Idrissi spricht von einem „Boom“ muslimischer Mode

Das Model selbst freut sich, dass ihr Auftritt so gut angekommen ist. Im Gespräch mit dem Online-Magazin Fusion sprach sie von einem „großen Erfolg“. Muslimische Mode für Frauen erlebe in der westlichen Welt einen „Boom“.

Dabei hatte Idrissi zunächst gar nicht glauben können, dass H&M sie tatsächlich für die Kampagne haben wollen würde. „Wissen die, dass ich einen Hijab trage?“, habe sie ihren Agenten gefragt. Schließlich seien Kopftuch-tragende Frauen von der Modebranche lange ignoriert worden.

Idrissi macht sich keine Illusionen, ihr Auftritt könne das Bild muslimischer Frauen grundsätzlich verändern. „Es wird immer Menschen geben, die sich freuen, dass Frauen schön sein UND ein Kopftuch tragen können. Und es wird diejenigen geben, die denken, Frauen würden gezwungen, Kopftuch zu tragen“, sagt Idrissi gegenüber Fusion.

Die meisten Zuschriften, die sie erhält, drehten sich aber ohnehin um ein anderes Thema: Viele Frauen wollten wissen, wie sie ihr Kopftuch binde. (dor)